# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Fünf Thesen über ein theologisches Axiom. heiligen Geiste mitgetheilt. Das heißt nicht, sie wird ohne menschlichen Fleiß und Arbeit erlangt. Der Besitz der Theologie fordert von Seiten des Menschen unablässiges ernstes Studium, Zügelung der Gedanken zu anhaltendem Lernen, Sammlung und Vertiefung des Geistes, manchfaltiges Aufmerken, Anwendung aller geistigen Kraft und Gabe, sorgfältige Erwägungen, treue Benützung des Gegebenen, selbstverleugnende Hingabe alles dessen, was ihr hinderlich ist, beharrliche Erhebung des Gemüths zu Gott. Sie ist gottgegeben, denn 1) sie ist nicht eine Erfindung des menschlichen Geistes, wie die Künste und Wissenschaften, sondern stammt aus dem Himmel, unmittelbar entsprungen aus der Weisheit der göttlichen Liebe, welche den Menschen zur ewigen Genießung Gottes erheben wollte. 2) sie schöpft ihre Erkenntniß und Einsicht, durch welche sie ihren erhabenen Zweck in der menschlichen Seele erreicht, nicht aus dem Quell der menschlichen Vernunft, sondern aus dem himmlischen Born der göttlichen Offenbarung im Worte der heiligen Schrift. 3) sie kann durch menschlichen Fleiß allein nicht angeeignet werden, sondern nur unter dem erleuchtenden und belebenden Beistand des heiligen Geistes als Gebetserhörung und göttliche Gabe zur Erbauung der Kirche. Falsche oder gefälschte Theologie ist demzufolge diejenige, welche ganz oder theilweise aus der Vernunft oder Phantasie geschöpfte Meinungen und Ueberzeugungen anstatt der göttlichen Offenbarungen der Schrift als theologische Einsicht und göttliche Lehre verwendet. V. Aus der obigen Beschreibung der Theologie läßt sich etwa Folgendes als Bild eines Theologen entwerfen. Wie das Licht der Sonne als eine unerschöpfliche Quelle von Leben und Freude, Thätigkeit und Genuß auf der Erde sich ausbreitet, mit dem irdischen Stoffe sich verwebend Schönheit und Fruchtbarkeit erzeugt, wo immer Fähigkeit des Lebens vorhanden ist Regung und Thätigkeit durch sein Leuchten und Wärmen hervorruft und die Erde zum Tempel Gottes macht: so hat das himmlische Licht der göttlichen Offenbarung im Geiste des Theologen sich ausgebreitet, an die Stelle der Oede und Erstarrung des geistlichen Todes himmlische Freude und das Leben aus Gott und in Gott zu setzen, an alle auch die geheimsten Gedanken und Regungen sich anschließend das manchfaltige sittlich Schöne der Liebe, der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Keuschheit, der Demuth, des Friedens in Gott hervorzubringen, die geistigen Kräfte zum Kampf gegen die Sünde und zum Wirken des Göttlichen zu befähigen und so den Geist des Menschen zum Tempel des heiligen Geistes zu machen. Dieses empfangene Licht der göttlichen Liebe und Gnade in Christo hat in ihm den festen Entschluß gewirkt, seine ganze geistliche Thätigkeit, sein Denken, Wollen, Thun und Leiden einem bestimmten Ziele zuzuwenden, dem alles andere sich unterordnen muß, nämlich nun auch andere, ohne dieses Licht unter dem Fluch und Zorne Gottes dem ewigen Verderben entgegengehende Menschen durch dasselbe zu