# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Fünf Thesen über ein theologisches Axiom. 17 logie beigelegt werden kann, wenn aus ihr nicht ein lucus a non lucendo werden soll, so gewiß gehört zur Theologie als einer practischen Fertigkeit: 3) diejenige bleibende Disposition des Geistes, in welcher jene göttlichen Lehren die Herrschaft über das Wollen und Thun des Menschen führen und so das beharrliche Streben entsteht, was sie als Forderung oder Reizung enthalten, hervorzubringen nicht blos an der eigenen Person, sondern, was jene Lehren fordern, auch an anderen. Das letzte Ziel dieses Strebens ist die ewige Genießung Gottes und das Streben selbst die Liebe zu Gott und dem Nächsten. Da jene göttlichen Lehren das Mittel sind, durch welches die Menschen zur ewigen Genießung Gottes geführt werden sollen und diese Genießung nur mit dem Glauben und im Glauben ihren Anfang nimmt, das Ziel der theologischen Thätigkeit also ein unerreichbares und sie selbst ein vergebliches Bemühen wäre ohne die Kunst, jenes Mittel auch dem Zwecke gemäß zu gebrauchen, so gehört zur Theologie als einer praktischen Fertigkeit: 4) die Fähigkeit, welcher es gelingt, die Menschen von der Wahrheit der göttlichen Lehren zu überzeugen, die entgegenstehenden Lehren, Meinungen und Gewohnheiten in den nicht muthwillig Widerstrebenden zu entkräften, den Glauben zu pflanzen, zu nähren, zu stärken und zu erhalten. Diese Fähigkeit setzt voraus einmal: ein manchfaltiges Wissen, wie es zur Erreichung des Zweckes der theologischen Thätigkeit an den, in den verschiedenartigsten Zuständen sich befindenden, Menschen nothwendig ist, welches insbesondere die manchfaltigen Weisen der Lehre, der Ermahnung, der Warnung, des Trostes, welche die Schrift zur Belehrung vorhält und ihre gewaltigen Exempel in sich faßt und aus den Erfahrungen, welche die Kirche in ihrer theologischen Thätigkeit gemacht hat und noch macht, sich bereichert. Sodann eine durch Uebung erlangte Leichtigkeit das nachdem Bedürfniß der Seele richtig und rechtzeitig Ausgewählte in wirksamer Weise, d. i. mit der nöthigen Klarheit, Innigkeit, Kraft, Geduld, Weisheit und Ausdauer, auch anzuwenden. Die Theologie ist demzufolge nicht eine Schaustellung frommer Geberden oder die Gewöhnung in frommen Phrasen zu reden; nicht die bloße Kenntniß der göttlichen Lehre; nicht die Innigkeit des religiösen Gefühls; nicht die theologische Speculation der Philosophen, oder die religiös aufgeregte Phantasie der Schwärmer, oder die Thätigkeit rationalistischer Moralprediger; nicht die sogenannte schöpferische Reproduction der Lehre; oder das Streben eine Lösung vermeintlicher oder wirklicher theologischer offener Fragen „anzubahnen;“ oder der Fleiß derjenigen, welche das zuvor von Gott und göttlichen Dingen Gelernte nachher aus einem willkürlich gewählten Principe nach den Forderungen des philosophischen Wissens durch Ableitung finden und damit das Ganze der göttlichen Lehre in wissenschaftlicher Strenge beweisen zu können meinen. IV. Die Theologie ist gottgegeben, durch das Wort vom