# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Fünf Thesen über ein theologisches Axiom. 3) die Theologie der guten Engel und der Seligen. Sie unterscheidet sich von der aller dem zeitlichen Leben angehörenden intelligenten Creaturen durch das Schauen Gottes. 4) die Theologie der Erstgeschaffenen. Sie ist ihnen im göttlichen Ebenbilde anerschaffen worden und dadurch ausgezeichnet. 5) die Theologie der Propheten, Apostel und Evangelisten. Sie ist durch unmittelbare Erleuchtung und Eingebung des heiligen Geistes ausgezeichnet worden. 6) auch die natürliche Theologie; denn sie wird von der hier beschriebenen weit überragt und ist an und für sich unzulänglich. III. Die Theologie ist eine practische Fertigkeit des Verstandes, ein praktischer Habitus, der in der Intelligenz wurzelt und nur in ihr vorhanden sein kann. Wo nun der Verstand thätig ist, da zeigt sich ein Wissen des Allgemeinen und die richtige Unterordnung des Besonderen unter das Allgemeine. Es gehört also zu diesem Habitus des Verstandes: 1) der beharrliche, zur Anwendung jederzeit bereite, Besitz der klar und rein aufgefaßten geoffenbarten Lehren von dem göttlichen Wesen; dem Willen, den Verheißungen und Drohungen Gottes; der Person und dem Werk des Erlösers; der Sünde des Menschen; der Gnade Gottes und den Gnadenmitteln. 2) diejenige Beweglichkeit des Geistes, welche die mannigfaltigen, in der Schrift geoffenbarten, Erweisungen Gottes in Wort und That, die verschiedenartigen Seelenzustände der Menschen, so weit sie der Einsicht des Theologen zugänglich werden, die verschiedenen Lehren und Meinungen der Menschen in göttlichen Dingen und ihre Werke, und was immer zu irgend einer Zeit den Geist des Theologen bewegt, mit den oben genannten Lehren ohne mißlingende Anstrengung so zu verbinden vermag, daß er dies Alles jenen Lehren gemäß beurtheilen und durchschauen kann. Ist der Verstand jedoch nur in dieser Weise thätig, sei es weil der Mensch damit ein theoretisches Bedürfniß befriedigt, weil ihm diese Gegenstände Stoff zum Denken geben, weil ihm die Erweiterung des Wissens und die Zusammenordnung und richtige Bestimmung seiner Gedanken oder-die Gegenstände derselben erfreuen, oder weil Ehrgeiz oder der Genuß gewisser Vortheile eine solche Verstandesthätigkeit nothwendig machen, so stellt sich der Mensch in Gegensatz gegen die göttlichen Lehren, die nicht des bloßen Wissens wegen geoffenbart sind, sondern in der Absicht eine ihnen gemäße Umwandlung des Menschen in seinem Wissen, Wollen und Thun hervorzubringen. Sie enthalten für jeden, der sie kennt, die unausweichliche Forderung: das in ihnen dargebotene Heil im Leben zu verwirklichen und darzustellen. So wenig nun jenem unnatürlichen Zwiespalt im Geiste des Menschen, wodurch die in den Verstand aufgenommene göttliche Lehre in ihrer eigentlichen Wirksamkeit gehemmt und aufgehoben wird, der Name der Theo⸗