# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Ueber das evangelische Verhalten eines christlich gesinnten Gemeindeschullehrers ꝛc. Zum Dritten wird sich die dienende Liebe des Schullehrers gegen die Gemeinde darin erweisen, daß er nicht müde und verdrossen wird, auch an verschiedenen, auseinandergelegenen Orten auf dem Lande, wo es eben die Nothdurft erheischt, Schule zu halten. Ist doch unser lieber HErr Christus, wiewohl er Gottes Sohn war, nicht müde geworden, drei Jahre lang zu Fuß das heiße Land zu durchwandern, und aller Orten das Volk zu lehren und hatte keine bleibende Stätte, da er sein Haupt hinlegte, beruhte auch sonst in dem, was er täglich für den eigenen und der Seinigen Unterhalt empfing, um seinen Gläubigen auch hierin ein Vorbild zu lassen, nachzufolgen seinen Fußtapfen. Es ist gewiß sehr zu beklagen, wenn selbst jüngere und rüstige Schullehrer in diesem Dienst der Liebe so leicht und schnell ermüden und darnach trachten, so bald als möglich eine dem Fleische bequemere Stelle zu erlangen. Auch sind mitunter solche Schullehrer ziemlich unmuthig darüber, daß sie vielleicht nur wenige Schulkinder an jedem Platze haben, als sei ihr Wirkungskreis zu klein, und nehmen auch um deßwillen gern eine Berufung an eine Gemeinde an, die nur eine Schule mit vielen Kindern hat. Würden sie aber durch den leidigen Schulmeisterdünkel nicht an einer tieferen Sünden⸗ und Selbsterkenntniß behindert, und wären sie in der christlichen Demuth tiefer begründet, so würden sie deß bald inne werden, daß ihnen noch viel daran fehle, auch die kleinste Schule vollkommen zu versorgen. Zum Vierten gehört auch dies mit zum Dienst der Liebe, daß der Schullehrer um den Betrag der Besoldung nicht ängstlich bekümmert sei. Es soll ja seine Arbeit der Liebe auch ein Werk des Glaubens sein, und dieser wirft ja, herrschender Weise, alle seine Sorgen auf den HErrn, der allezeit, auch unter ungünstigen Umständen, für seine Knechte sorgt. Dieses Dienen der Liebe findet nämlich da besonders statt, wo eine herangewachsene Gemeinde, nachdem ihr Pastor bis daher Schule gehalten, zum ersten Mal einen Schullehrer beruft. Da hat sie die Wohlthat einer regelmäßigen, und treulich und tüchtig versorgten Schule aus eigener Erfahrung noch nicht erkannt, ist auch mitunter aus Kleinglauben noch zaghaft über seine angemessene Besoldung; dazu schlägt denn auch in diesen und jenen Gemeindegliedern der geizige, alte Adam hinzu, und der Teufel fehlt auch nicht, fleißig zu schüren und den Unglauben des Fleisches zu stärken, da ein treuer und tüchtiger Schullehrer ihm auch redlich Abbruch thut, indem er durch das Gesetz die erbliche und wirkliche Sünde in seinen Schulkindern möglichst abschwächt und durch das Evangelium den neuen Menschen möglichst stärkt. Unter solchen Umständen kann es sich denn leicht zutragen, daß dem zuerst berufenen Schullehrer nicht eben ein reichliches Einkommen zugesichert wird. Da ist es nun dem Glauben und der Liebe gemäß, daß er ihr gleichwohl mit derselben Treue diene, als wenn sie ihm gleich zuerst eine weit höhere Besoldung ausgesetzt hätte. Handelt er also im Glauben und nach der Liebe, so wird der HErr, dessen Hand nirgends verkürzt ist, weiter