# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1863_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort. 7 Thomas Payne u. A. hier einen unberechenbaren Einfluß nicht nur auf die Gestaltung unserer staatlichen Verhältnisse, sondern zugleich auch auf die im Volke zur Herrschaft kommenden Grundsätze, Ideen und Anschauungen. Eine gewaltige Stärkung hat dieses Auflösungs⸗ und Zerstörungs⸗Element unseres Volkes sodann in den letzten Decennien durch die Einwanderung ganzer Schaaren von Männern des radicalen Umsturzes erhalten, welche sämmtlich nichts von Gott und einem ewigen Leben wissen wollen, das irdische Leben für das einzige, erste und letzte Ziel der menschlichen Existenz halten und in der Realistrung ihrer Grundsätze von allgemeiner Freiheit und Gleichheit allein den Anbruch allgemeinen Menschenglückes sehen. Namentlich die letzten Jahre haben daher den hiesigen christlichen Gemeinschaften eine schwere Feuerprobe gebracht. Aber — um es sogleich gerade heraus zu sagen — sie haben diese Probe nicht bestanden. Nicht daß die amerikanische Theologie — wenn wir von einer solchen reden wollen — erst jetzt gefallen wäre! Es ist nur zu offenbar, schon längst hat sie, abgesehen von allen andern den hiesigen Secten eigenthümlichen Irrlehren, vielen humanistischen Ideen und Bestrebungen der modernen Welt bei sich Eingang gestattet. Wo nur in den Monarchieen der alten Welt eine revolutionäre Bewegung erfolgte, da hat sie in den hiesigen religiösen Blättern fast durchgängig ihre Sympathieen mit den Rebellen zu erkennen gegeben. Wo nur immer Böses über die europäischen Fürsten durch die atheistischen revolutionären Zeitungsschreiber und deren Correspondenten in Umlauf gesetzt wurde, da hat sie es fast immer geschäftig als einen Beweis verbreitet daß nur unter republicanischer Verfassung ein Volk glücklich sein könne, daß die Musterrepublik für die ganze Welt die amercianische sei und daß der ganzen Welt noch bevorstehe, nach dem Ideal hiesiger Verfassung frei und glücklich zu werden. Antheil an Temperenzagitationen ist hier fast zum Test lebendiger Gottseligkeit unter den s. g. Gläubigen geworden. In fast allen Logen der verschiedenartigsten geheimen Gesellschaften sind die Reverends aller s. g. Denominationen vertreten, die natürlich ihren freimaurerischen deistischen Philanthropismus nicht nur in den unheimlichen Schlupfwinkeln ihrer Ordensversammlungen, sondern auch auf ihren Canzeln, in ihren religiösen Organen und in ihrer ganzen Amtsverwaltung zur Geltung zu bringen suchen. Keine in die Augen fallende Entdeckung und Erfindung wird gemacht, sie wird selbst von der hiesigen Theologie als ein neuer Beweis der Größe, der Fruchtbarkeit, der schöpferischen und Alles überwindenden Kraft des menschlichen Genius gefeiert und als ein thatsächliches Zeugniß dafür, daß endlich das Zeitalter des Fortschritts, der Erleuchtung, der Aufklärung angebrochen sei, hoch gerühmt, daneben aber auf die früheren Jahrhunderte als auf Zeiten der Finsterniß, des Aberglaubens, der Barbarei, der Unmündigkeit mit stolzem Selbstgefühle hingewiesen. Von jedem Strome Mode werdender Zeitmeinungen sieht man die hiesige Theologie widerstandslos mit fortgerissen werden; ja, sie scheut sich nicht, Bewe⸗