# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1862_S383 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 383 Hetz du mich arme Sündensau Mit deiner Gnade Hunden! Wühl mir mit deinem Gnadenkamm Die Sündenläus herunter! Zeuch dein Gnadenwamms mir an, Damit ich selig sterben kann.““ Eine Probe für viele, wie schamlos gelogen wird. Nicht einmal das ist wahr, daß das Consistorium in Hannover ein Gesangbuch ausgegeben hat. Wollte das Zeitblatt nur von den hauptsächlichsten Lügen und Lästerungen der Zeitungen Kenntniß nehmen, so müßte es neben der Abtheilung „„Aus der Kirche““ noch eine zweite Abtheilung „„Aus der Hölle““ führen. Doch des Stankes ist schon zu viel.“ Der kath. Wahrheitsfreund will obige „Lästerbrocken“ auch im luth. Herold von New-York gefunden haben. Aus Schlesien, im August. Folgendes entnehmen wir der Allg. Kirchenzeitung: An traurigen Zeichen der Zeit fehlt es auch bei uns nicht. Eins der jämmerlichsten auf dem Gebiete des kirchlichen Indifferentismus, der mit dem Materialismus Hand in Hand geht, ist der Abfall von der Kirche, den in schnöder Weise etwa 60 Grundbesitzer aus vier Ortschaften des Neumarkter Kreises ausgeführt haben — und warum? Sie wollen keine Kosten zum Aufbau einer Kirche tragen. Die treueste Fürsorge der kirchlichen Behörden hat vor Jahren die dort von der nächsten Kirche entfernt wohnenden Evangelischen zur eigenen Heerde unter einem besonderen Hirten gesammelt, ein neues Pfarrsystem aus den Fonds der Collecten für die Nothstände begründet, ein Vicariat aus denselben Mitteln eingerichtet, unterhalten; nun, da es zum Kirchenbau kommen soll, verweigern jene alle Beiträge, sagen sich lieber vom Glauben der Väter los, als daß sie zu einer Gabe für ihre und ihrer Kinder Erbauung, ihres Gottes und Heilandes Ehre sich zwingen lassen. Ob der Eifer des jungen Geistlichen manches dabei versehen hat, darüber gehen zwar Gerüchte, aber wir haben keinen zuverlässigen Grund, ihnen zu trauen. Vergeblich haben die staatlichen und kirchlichen Behörden alle möglichen Mittel angewandt, die Verblendeten und Trotzigen von ihrem heillosen Schritte abzuhalten. Der Austritt aus der Kirche ist unter voller Form des Rechtens vor Gericht ausgeführt worden. — In der Nähe von Liegnitz haben die treulosen Bauern des Neumarkter Kreises schon würdige Nachfolger gefunden, die um eines Schulbaus willen, das Bekenntniß ihrer Kirche, allen Glauben, den lebendigen Gott selber aufgegeben, da sie zu den Freigemeindlern übergehen. Neue Universitäten. Bei Gelegenheit der im September abgehaltenen öffentlichen Generalversammlung der katholischen Vereine in Aachen ist die Gründung einer rein katholischen Universität beschlossen worden. Schon in der dritten Sitzung waren dafür 11,183 Thaler subscribirt. Als in derselben Zeit der berüchtigte Johannes Ronge, gegenwärtig in Wiesbaden, von „einigen Freunden des religiösen Fortschritts“ hundert Gulden zu freier Disposition erhielt, erklärte er den Gebern sogleich schriftlich, daß er die Summe am entsprechendsten so zu verwenden glaube, wenn er dieselbe „als ersten Beitrag für die Begründung einer freien deutschen Hochschule zu Frankfurt a. M. zeichne, und zwar zunächst für die frei-religiöse Facultät.“ Er bemerkt ferner: „Die Abgeordneten der Reformvereine haben in ihrer zweiten Versammlung zu Frankfurt am Main am 20. Juli (am Schützenfeste) den Beschluß gefaßt, die Verwirklichung der Idee einer freien deutschen Hochschule durch Zeichnungen von Beiträgen, Ausbreitung der Reformvereine und durch Vorlesungen im nächsten Wintersemester zu fördern oder einzuleiten.“ Schließlich erinnert Herr Ronge an das Project der Katholiken, eine Universität allein in ihrem Interesse zu stiften und knüpft daran eine Ermunterung an die Fortschrittsmänner zum Wetteifer. Wer wird wohl seinen Plan zuerst ausführen? Die Fort- oder Rückschrittsleute? Nach hiesigen Erfahrungen zu urtheilen, nach denen die Herrn Freireligiösen kaum eine Elementarschule haben in Gang bringen können, dürfte der Ausfall nicht zweifelhaft sein. Der Gustav-Adolfs-Verein hat bei seiner Versammlung im August zu Nürnberg auch darüber debattirt, ob er seine Wirksamkeit auch auf America ausdehnen