# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1862_S382 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 382 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. und kräftigerer Haltung dienen kann, zumal wenn sie nun auch noch in die Schule des Kampfes geschickt wird und die von Gott gegebenen Waffen wird besser brauchen lernen als bisher, da viele unter dem Schirm der Regimentsautorität gemüthlich ruhten. Der Katechismus selbst ist ein Glaubenswerk, und als solches eine Gabe Gottes. Man prüfe ihn, er hat seine Mängel und erinnert daran, daß Menschen ihn gemacht haben. Gleichwohl muß es jedem Nachdenkenden ein höchst bedeutsames Zeichen sein, daß die Welt darüber in eine solche Wuth gerathen ist und mit den Zähnen knirschend geschrieen hat: „Hinweg mit diesem! es ist nicht billig, daß er leben soll.“ Wäre er von der Welt, so hätte die Welt das ihre lieb. Jedoch er ist nicht weltlich klug mit politischen Rücksichten abgefaßt. Er vermittelt und halbirt nirgends, er giebt der Wahrheit ganz die Ehre und folgt einfältig dem Leiten des Wortes Gottes, was sich überall auch in seiner Sprache offenbart. Es ist eine außerordentliche Erscheinung, daß ein solcher Katechismus in unsern Tagen nicht nur hat abgefaßt, sondern von allen kirchlichen Behörden und Autoritäten des Landes gebilligt, und von einer großen Zahl des Lehrstandes, anderer nicht zu gedenken, mit Freuden hat aufgenommen werden können. Das ist ein Werk von Gott, und Gott hat sein Siegel darauf geprägt, indem er den Katechismus und seine Freunde unter das Kreuz gethan und ihnen das Malzeichen Christi aufgeprägt hat. Er ist verspottet, verspieen, im wahren Sinne des Worts mit Füßen getreten, er ist zum Tode verurtheilt und an ein Holz gehängt. Das ist doch ein sonnenklarer Beweis, daß im Hannoverlande ein Werk aus Gott geschehen ist, und daß mit der Verdammniß des Katechismus zum Tode die Sache nicht aus sein kann, wenn die Feinde gleich Ueberwachungsausschüsse und Synoden vor sein Grab stellen und rufen: Nun er liegt, soll er nicht wieder aufkommen. So weit Dr. Münkel. Gestützt auf die neueste Verordnung des Königs hat der Magistrat von Stadt Hannover und Stade die Benutzung des neuen Katechismus in den ihm untergebenen Schulen verboten, wie die Allg. Kz. vom 10. Sept. meldet. Die Göttinger theol. Facultät hat dem Verfasser des neuen Katechismus, Superint. Lührs in Peine, das Doctordiplom verliehen. Haag, früher Pastor in Baden, später in Stolz in einer zur preußisch-lutherischen Kirche gehörigen Gemeinde, ist in diesem Jahre nach Baden zurückgekehrt und hat da nehmlich in Bretten, die dasige Filialgemeinde Pastor Eichhorn's in eine unabhängige s. g. „Freie lutherische Gemeinde“ verwandelt und in dieselbe auch Glieder anderer lutherischer Gemeinden, u. A. durch Pastor Frommel und dessen Gemeinde in Ihringen gebannte Glieder, aufgenommen. Von Breslau getrennt, wird er, wie wir aus Räthjen's Kirchenzeitung ersehen, auch nicht von Diedrich als einer der Seinen anerkannt. Straßenpredigten in England. In der Allgem. Kz. lesen wir: Aus Bedford wurde Anfangs Juli berichtet: Hier herrscht seit einigen Wochen eine gewisse theologische Aufregung, angefacht durch eine Anzahl protestantischer Straßenprediger, welche die Einwohner öffentlich als ein gottloses und götzendienerisches Volk verfluchen, wie Jonas über Ninive, Wehe über Bedford schreien, vor allem aber die englische Staatskirche angreifen. Das Haupt dieser Prediger, ein Mr. Jonas aus London, erregte am vergangenen Sonntag großen Skandal. Um 9 Uhr Abends, als sich die Menge aus Kirchen und Bethäusern ergoß, verbrannte er öffentlich das anglikanische Gebetbuch, indem er dabei leidenschaftlich den Wunsch wiederholte, ebenso den Talmud, den Koran, das Meßbuch und ähnliche andere Bücher hinrichten zu können. Die Volksmenge war in ihren Ansichten getheilt und drückte ihre Meinungsverschiedenheit mit den Fäusten aus. Zuletzt siegten die Anglikaner, fielen über den Propheten Jonas her, bezeugten ihm ihre Verachtung in mannigfacher handgreiflicher Weise und waren im Begriff, ihn im Flusse Ouse zu taufen, als eine Polizeiabtheilung zur rechten Zeit erschien und ihn zu seiner Rettung auf die Polizeiwache brachte. Lästerbrocken. Unter dieser Ueberschrift schreibt Dr. Münkel in seinem Neuen Zeitblatt vom 19. Sept. Folgendes: „Die Kölnische Zeitung berichtet in der Nummer vom 6. September Folgendes: „„In dem protestantischen, von dem hochwürdigen Consistorium in Hannover versuchsweise octroyirten Gesangbuche kommt folgende merkwürdige Stelle vor: