# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1862_S376 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 376 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. lung politischer Fragen. Er hat, in seiner politischen Rundschau einfach Thatsachen zu berichten. Und das thut er. Wenn aber dennoch einige Leser ihn für partheiisch halten, so kommt es daher, daß sie entweder selbst einseitig sind und deshalb die Mittelstraße für einen Nebenweg ansehen, oder es kommt von der allen menschlichen Dingen und also auch dem Evangelisten anklebenden Unvollkommenheit, welche wir abzulegen ernstlich bemüht sein müssen. Die Neger. Ueber deren Bildungsfähigkeit im Allgemeinen, sagt ein Correspondent im Evangelisten vom 1. November: Wichtig und beherzigenswerth ist folgende Stelle in Dr. Kapf's Bericht über Afrika, der gewiß ein warmer Freund Afrikas ist, und gehört zu werden verdient. „Der Afrikaner ist wie alle andere Völker für das Christenthum, nicht aber für eine Kultur im Sinne der Japhiten angelegt, und daß ob seiner gränzenlosen Zuchtlosigkeit die leibliche Knechtschaft unter göttlicher Zulassung für ihn als Zuchtmeisterin auf Christum fast unentbehrlich wird.“ Setzt den Afrikaner frei, dann muß er, wenn nicht das ganze gesellige Gebäude gefährdet werden soll, bevormundet werden, also wir heben mit ungeheuren Unkosten eine Form der Sklaverei auf, um eine andere noch kostspieligere und weniger wirksame einzuführen. Der „Lutherische Herold“ wird uns neuerlichst, namentlich seitdem Prof. Brauer einige Artikel des Herold's über die Rechtfertigung abgewogen und zu leicht erfunden hat, immer böser. In der Nummer vom 1. Nov. sagt er z. B.: „Es gibt ganze Synoden, die sich absondern und keine Gemeinschaft mit den andern gleiches Bekenntnisses haben wollen, unter dem Vorgeben, das wären sogenannte Lutheraner, die nicht die reine Lehre — den rechten Glauben haben. Wenn man aber die Sache recht untersucht, so ergiebt es sich oft, daß die Schwätzer meistens nur einen historischen Kopfglauben haben: eine bloße Wissenschaft, die auch meistens noch sehr oberflächlich ist; ein bloßes Fürwahrhalten mit dem Verstande, wovon aber das Herz nicht berührt ist und das Leben wenig Früchte zeigt; einen Glauben, den auch die Teufel haben,“ u. s. w. Daß wir Missourier hiermit von diesem Liebesherold gemeint seien, ist keinem Zweifel unterworfen, denn weiter unten wird die Missouri-Synode ausdrücklich genannt und von ihr gesagt, daß sie „kürzlich ein falsches Lästermaul zum zweiten Professor berufen“ habe. Zum Schlusse wird das Urtheil des Prof. Kahnis über die kirchliche Presse angeführt, als das eines „als streng orthodox bekannten Professors“ auf uns angewendet und hinzugesetzt: „Zu denen, deren Untergang ein Gewinn sein würde (nehmlich an Geld für den Herold), gehört unstreitig der „„Luther⸗ aner““ und die „„Lehre und Wehre,“ “ wenn diese Blätter das Scharfrichteramt nicht ablegen.“ Früher hat der liebe „Herold“ immer uns die Absicht unterlegt, dem „Herold“ den Untergang bereiten zu wollen; jetzt bekennt er selbst, daß er diesen „christlichen“ Wunsch für unsere Blätter in seinem „glaubensvollen“ Herzen trage. Wir danken für diese Offenheit. Aber daran müssen wir den sanftmüthigen Herrn doch erinnern, daß Prof. Kahnis zwar früher in Deutschland für „streng orthodox“ galt, jetzt aber als ein von den Grundlehren des Christenthums Abgefallener allgemein angesehen wird und eben deswegen gerade so bös gegen seine Recensenten ist, wie der christmilde „Herold.“ Americanismus. Ein Hauptbestandtheil des amerikanischen Charakters ist eine bis ins Lächerliche gehende Selbstüberhebung. So lange sich dieselbe nur allein auf politischem und socialem Gebiete breit macht, ist sie eben lächerlich; auf religiösem und kirchlichem Gebiete aber ist sie ein Greuel. Wir wurden hieran erinnert, als wir in dem (nun von den Reverends Diehl, Stork und Conrad redigirten) Lutheran Observer vom 14. November in einem Aufsatz „Die luth. Kirche und die Reformation“ u. A. Folgendes lasen: „Die Mutterkirche in Europa ist immer mehr oder weniger in ihrem Vorwärtsschreiten gehemmt gewesen durch die unheilige Union zwischen Kirche und Staat. Ihr Wachsthum wurde aufgehalten und ihre Entwickelung gehindert durch den weltlichen Arm. — Die amerikanische Tochter ist eine Freigeborne, und ist nie in Knechtschaft gewesen. Nutzen ziehend aus ihrer Erfahrung und lernend von ihren Versuchungen, steuert sie zwischen Scylla und Charybdis mitten hindurch. Und geleitet von erleuchteter Vernunft“ (als Nummer Eins), „von den instructiven Lectionen ihrer Geschichte, und von den Wahrheiten, welche ihrer