# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1862_S375 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 375 miren. Das ist nämlich das Lebensnerv aller geheimen Gesellschaften, nämlich Reformation auf diesem und jenem Gebiete ohne Christum. Der Methodismus hat darum leider systematisch den Weltgeist in sich eingebürgert. Er hat auch bei uns leider seine Nester, aber unsere kirchliche Lehre öffnet ihm nicht die Thüre. Wenn er zu uns kommt, so kommt er als Dieb und Mörder.“ Der „luth. Herold“ von New-York hält in der Nummer vom 1. October seinen im Bezahlen saumseligen Subscribenten eine scharfe Strafpredigt und ruft endlich aus: „Die wüsten „„Brauerianer““ werden triumphiren, wenn der Herold aufhört, seine Posaune erschallen zu lassen! Wollt ihr auch Missourisch werden?“ — Gewiß eine seltsame Vermuthung, zu der der selbstverleugnende Herold wohl nur in der Hitze seiner schweren Anfechtungen hat kommen können; denn bekanntlich sind die missourischen Subscribenten keine saumseligen Bezahler ihrer Subscriptionen. Das Deutschthum unter den Methodisten. Unter dieser Ueberschrift berichtet der ref. „Evangelist“ vom 1. November: Neulich theilten wir den Lesern mit, daß die Methodisten-Kirche an mehreren Orten den Versuch gemacht hat, ihre deutschen Gemeinden aus den deutschen Konferenzen herauszuthun und sie unter die Aufsicht englischer Vorst. Aeltester zu setzen. Dies Verfahren hat unter den deutschen Gliedern dieser Kirche große Aufregung hervorgerufen. Die deutschen Prediger mehrerer Konferenzen protestiren im Apologeten dagegen und mehrere Gemeinden, z. B. in Indianapolis und in Dayton haben beschlossen, die ihnen gegebenen englischen vorstehenden Aeltesten nicht anzuerkennen und keinen Antheil an ihrem Gehalt zu bezahlen. Der Editor des Apologeten stimmt ihnen bei. Der Evangelist, ein respectables reformirtes Blatt, welches in Cleveland, O., erscheint, spricht sich in der angezeigten Nummer über das Verhältniß der reformirten Kirche überhaupt zur Politik und über sein eigenes folgendermaßen aus: 1) Wo die reformirte Kirche zur Geltung gekommen ist, da hat sie ohne Ausnahme ihren Einfluß auf die politische Gestaltung des Volkes dahin gezeigt, daß demokratische und republikanische Staatseinrichtungen eingeführt worden sind. Als Beweis für diese Behauptung brauchen wir nur auf die Schweiz, auf Holland, auf England und auf Amerika — lauter vorwiegend reformirte Länder gegenüber Deutschland, Dänemark und Schweden — lauter vorwiegend lutherischen Ländern und der katholischen Welt zu verweisen. 2) Es heißt deßhalb der ganzen Geschichte ins Gesicht schlagen, wenn man behauptet, die Kirche habe nichts mit Verfassungsfragen und Politik zu thun. 3) Der politische Einfluß der Kirche soll aber nicht in der Weise der Welt durch Partheiwesen, Diplomatie und auf direktem Wege ausgeübt werden, sondern die Kirche darf nur mittelbar durch das Wort Gottes und den Geist, der ihr gegeben wird, auf die Gesinnungen der Menschen in geistlichen Dingen einwirken, und diese geistlichen Wahrheiten, nachdem sie angenommen worden sind, wirken als ein Sauerteig, so, daß dadurch die Gesinnungen in allerlei, auch den politischen Gebieten, durchdrungen und umgebildet werden. 4) Darum hat auch die Kirche in den schwebenden politischen Fragen der Gegenwart nicht nur keine Partheistellung einzunehmen, sondern sie soll auch nicht direkt ihre Ansicht darüber aussprechen. 5) Ob der gegenwärtigen Bundesregierung Gehorsam geleistet werden soll, ist keine schwebende Frage, sondern die Bibel hat ein für allemal die Rebellion als Sünde bezeichnet. Die Kirche hat Recht und Pflicht, dasselbe zu thun. 6) Ob die Sklaverei ein Uebel sei, ist ebenfalls keine offene Frage. Die Bibel und die Civilisation des Christenthums haben sie längst als ein großes Uebel dargestellt. 7) Offene Fragen aber sind solche, wie: Ob der Präsident ein Recht hat, die Sklaven der Rebellen für frei zu erklären; ob und wie die Sklaverei jetzt beseitigt werden sollte; ob es besser wäre, die Rebellion zu unterdrücken, oder sie als eine (traurige) Thatsache anzuerkennen, u. s. w. Die Welt hat Tausende von klugen Leuten, welche solche Fragen in ihrer Weisheit mit Leichtigkeit entscheiden. Die Nachfolger Jesu bekennen ihre Unwissenheit und schauen auf den Gott, der auf Seinem Wege diese Fragen lös't. Und sie schauen nicht vergeblich. Gottes Entscheidungen schreiten in diesen Tagen schnell daher. 8) Der Evangelist, als ein kirchliches Organ, darf nicht Partei ergreifen in der Beurthei⸗