# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1862_S360 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 360 Ueber das evangelische Verhalten eines christlich gesinnten Gemeindeschullehrers ꝛc. erzielen können und weniger Mühe und Arbeit haben. Anders thut der christlich gesinnte Schullehrer. Auch hierin ist er ein Nachfolger Christi, daß er sich mit um so größerer Liebe und Geduld der schwächeren und verwahr⸗ losten Kinder annimmt. Wie der HErr seiner armen sündigen Seele gethan und noch täglich thut, sie durch seinen Geist und Wort stetiglich zu lehren und zu erleuchten, aus einer Stufe der Erkenntniß und Klarheit in die andere zu bringen: also thut er in dankbarer Gegenliebe zu Christo seinen armen schwachen Schulkindern und läßt sich durch ihren ungelenken und dicken Verstand und durch die natürliche Unlust ihres Fleisches in der Be⸗ thätigung dieser Liebe nicht aufhalten. Und indem er manch herzliches, für⸗ bittendes Stoßseufzerlein und Hephata dazugesellt, läßt ihn Gott zuweilen manche liebliche Frucht dieser Arbeit seiner Liebe sehen; denn zumal in der Erkenntniß der christlichen Lehre, die in dem einfältigen Kinderglauben wur⸗ zelt, bringen es manchmal solche zwiefach einfältigen Kinder weiter, als sol⸗ che, die mehr Verstand als Glauben haben. Dieses wären nun die vier vornehmsten Stücke, darin sich die Liebe Christi in dem väterlichen Lehren und Erziehen des Lehrers gegen seine Schulkinder lebendig anzeigt. Und wo diese Stücke stetiglich getrieben werden, da ist denn ausgeschlossen das verderbte Wesen ungläubiger Schullehrer in seiner mannigfaltigen Mißgestalt, als da ist: zum Ersten das finstere, herbe, despotische Wesen des Stockmeisters einerseits, und das fleischlich⸗gutmüthige, schwache, spielende, charakterlose, unziemlich-vertrauliche Wesen andererseits; zum Andern eben so sehr eine mechanische Ueberfüllung mit überdies unver⸗ daulichem Lehrstoff, als ein überkünstliches Mundgerechtmachen und ratio⸗ nalistisches Zersetzen und Tödten des Lebendigen; jenes zugleich mit vor⸗ herrschender Erregung der Furcht vor der Strafe, wenn der Geist sich sträubt, ein bloßes Magazin von todten Kenntnissen zu sein, dieses mit vorherrschen⸗ der Erregung des Ehrgeizes, um bei den öffentlichen Schulprüfungen als Paradepferde des schulgerechten Stallmeisters dem staunenden Publikum vor⸗