# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1862_S353 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang VIII. December 1862. No. 12. (Eingesandt von Dr. Sihler.) Ueber das evangelische Verhalten eines christlich gesinn⸗ ten Gemeindeschullehrers, theils gegen seine Schulkinder, theils gegen die Gemeinde, theils gegen den Pastor. *) Wir lesen 1 Mose 18, 19. daß Abraham vom HErrn selber ein feines Lob darin empfing, daß er werde seinen Kindern und seinem Hause nach ihm befehlen, daß sie des HErrn Wege halten und thun, was recht und gut sei. Desgleichen gebietet Mose, 5 Mose 6, 6., den Vätern, daß sie Gottes Wort, das der HErr sonderlich in den heil. zehn Geboten geredet habe, nicht nur für sich selber sollten zu Herzen nehmen, sondern vornehmlich diese Letzteren auch ihren Kindern einschärfen. Aus beiden Stellen also erhellet, daß nach dem Willen Gottes die Lehre und Unterweisung der Jugend, vornehmlich in Gottes Wort, den Vätern, die in der Kirche sich befinden, obliege. Freilich benutzten in Israel die Knaben von zwölf Jahren und darüber auch den Unterricht der Schriftge⸗ lehrten in den Synagogen, wie dies auch das Exempel unsers HErrn Christi ausweist; und aus dieser Erzählung ist ersichtlich, daß auch die jüngern Zu⸗ hörer theils von den Lehrern gefragt wurden, theils selbst Fragen, die Lehre betreffend, an sie richteten. Gleichwohl setzte diese öffentliche Unterweisung die häusliche voraus, welche auch jene sicherlich noch eine gute Zeit begleitete, bis die Kinder mannbar und ehelich wurden, und selber ihre Häuser regier⸗ ten. Nicht mit Unrecht läßt sich dieser voraufgehende häusliche Unterricht auch aus den Worten Christi zu seiner Mutter und seinem Pflegevater, Luc. 2., erschließen, da er zu ihnen sprach: „Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist?“ denn aus diesen drei ersten Worten geht hervor, daß daheim vorzüglich wohl aus den prophetischen Schriften die Lehre von der Person und dem Werke des Messias gehandelt worden war. Nicht minder ferner ist aus 2 Timoth. 3, 15. und 1, 5. (vergl. Apostelg. 16, 1. 2.) offenbar, daß Timotheus von seiner gläubigen Mutter Eunike und sei⸗ ner ähnlich gesinnten Großmutter Lois in Gottes Wort unterwiesen war. *) Auf Begehren der Synode, mittleren Distrikts, in Lehre und Wehre eingesandt.