# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1862_S350 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 350 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. den Krieg zu stellen. Das Anerbieten wurde abgelehnt. Es hieß, als Bürger und Sol⸗ daten würden sie mit Freuden angenommen, aber nicht als Methodisten. Wenn wir nicht irren, ist der Gouverneur von Wisconsin ein deutscher Jude.“ Ein Universalistenprediger, Namens O. H. Cleveland, in Milan, Ind., zeigt in einem Wechselblatt an, daß er sich entschlossen habe, in den Krieg zu ziehen, und daß die „Ladies“ der Gemeinde versprochen haben, in seiner Abwesenheit zu predigen. (Evan⸗ gelist.) Es ist wunderlich, daß der patriotische Preacher sein Geschäft nicht schon früher den dazu qualificirten Ladies überlassen hat. Der „Lutheran and Missionary“ über nichtwesentliche Punkte. Je größer in unseren Tagen die heillose Leichtfertigkeit ist, mit welcher man bald dieses bald jenes sowohl in der Schrift als in den Bekenntnissen der Kirche nach Willkühr für un⸗ wesentlich erklärt und aus dem Bereich dessen hinausthut, was ein Christ zur Seligkeit noth⸗ wendig glauben muß, oder was die Kirche lehrt, desto erfreulicher ist es, in der Nummer vom 2. Oktober der genannten Zeitschrift — freilich als eine Oase in der Wüste — dagegen ein entschiedenes Zeugniß zu finden. Nachdem der Einsender erklärt hatte, was nichtwesentliche Punkte der heilsamen Lehre seien, nämlich solche, darüber uns die Offenbarung keinen weiteren Aufschluß giebt, fährt er also fort: „Aber wenn es Gott gefallen hat, irgend eine religiöse Wahrheit zu offenbaren, so dürfen wir diese Wahr⸗ heit nicht ein nichtwesentliches Stück nennen. Gott treibt nie Scherz; wenn er durch Seinen Geist in Seinem Worte spricht, so zwingt uns unser Gefühl der Hochachtung und Scheu vor unserm Schöpfer, alles, was geoffenbaret ist, als sehr heilig, sehr köstlich, sehr nothwendig zu unserem Wachsthum in der Gnade und demzufolge als wesentlich zu betrachten in jeder Beziehung in welcher es angeschaut werden kann. Es würde gott⸗ los sein, Gottes Wahrheit zu verdammen; gottlos, sie zu entkräften, indem man ihr einen untergeordneten Charakter beilegt, und zwischen den geoffenbarten Lehren einen Unter⸗ schied macht und einige als überflüssig bei Seite setzt. Paulus war in seinem Gewissen gebunden, „allen den Rath Gottes zu verkündigen“, Ap. G. 20, 27. Mehr noch: selbst wenn eine geoffenbarte Wahrheit eine untergeordnete Stelle einzu⸗ nehmen scheint, wie mancher besondere Punkt betreffend Christi Person oder Genugthuung, so mag sie doch sehr wesentlich auf den Glauben oder die Hoffnung oder die Liebe des ein⸗ zelnen Gläubigen Einfluß haben, und wir fürchten daher, sie herabzusetzen, indem wir den Ausdruck „nichtwesentlich“ auf sie anwenden..... Gegenwärtig sind „liebe, liebe Union“ die Stichwörter; wir sind so fieberisch aufgeregt, so ungeduldig, eine Union aller „Christen“ zu Stande zu bringen, daß unser schwaches Gesicht uns untüchtig gemacht hat, zwischen bloßen „nichtwesentlichen“ und absolut „wesentlichen Stücken“ zu unter⸗ scheiden..... Diese Symptome sind beunruhigend. Wir beginnen die Gnadenmittel zu mißkennen und dann, sie zu unterschätzen. Das Wort Gottes ist nicht ausschließlich die „Gotteskraft“; das schwächliche Gefühl unserer Zeiten macht jetzt die Leute geschickt, es durch menschliche Macherei, durch menschliche Maßregeln zu stärken. Die Taufe ist nicht das „Bad der Wiedergeburt“; das Abendmahl ist nicht „die Gemeinschaft des Blu⸗ tes — und Leibes Christi“. Das waren freilich die Lehren des Neuen Testamentes, — das waren die Lehren der lutherischen Kirche; — aber — aber, es geht nicht, jetzt noch so zu sagen. Diese oder jene Secte glaubt diese Lehren nicht; — sie sind nicht populär; — sie werden unsere Kirchglieder von uns treiben; — sie hindern uns am „Gemeinschaft⸗ pflegen“ mit den „Brüdern“ und „Schwestern“ von „Schwesterkirchen“. Laßt uns von ihnen schweigen. Stehen sie in der Bibel, so wollen wir die Auslegung irgend einer der neueren Secten annehmen; — stehen sie in der Augsburgischen Confession, so wollen wir sie „Irrthümer“ nennen; — wenn wir ihrer gleichwohl nicht los werden können — denn da stehen sie — ei, laßt sie uns „nichtwesentliche Stücke“ nennen und sie fallen lassen. Ihr mögt sie glauben, ich will sie gleich den Secten bei Seite schieben, und dann — was für eine schöne „Union“ haben wir zu Stande gebracht! „Nichtwesent⸗ liche Stücke“ — was für eine herrliche Entdeckung der Liebe, die nun „Schwesterkirchen“ vereinigt! Uns bleibt nur eine Schwierigkeit — manche mögen sie auch nichtwesentlich nennen: was sagt Gott zu dieser elenden Weise die geoffenbarten Lehren seines Worts zu beseitigen?“ — C.