# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1862_S344 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 344 Litterarische Intelligenzen. Die Schrift: Luther, ein Zeichen, dem widersprochen wird. Von Chr. H. Ederle, Pf. im Würtembergischen. Stuttgart, bei Liesching. 1860. 102 S. gr. 8. recensirt Ströbel folgendermaßen: „Der Verfasser ist nicht der Meinung, in keinem Worte gefehlt zu haben,“ — und ich bin nicht in der Stimmung, auf etwaige Fehler Jagd zu machen, halte mich aber den Lesern gegenüber zu der Erklärung verpflichtet, daß ich den Auseinandersetzungen über Or⸗ thodoxie und Pietismus (S. 51—54), über „christlichen“ Staat, „Staats⸗ kirche,“ Vereinigung von Staat und Kirche, und was damit zusammenhängt (S. 65—89 und anderwärts), dem Ausspruche, man müsse den Satz, „daß die Schrift aus sich selbst verständlich sei, durch den weitern Satz limitiren, daß sie nur verstanden werden könne unter der Erleuchtung des Geistes und daß letztere durch die Kirche sich vermittele“ (S. 64), sowie einigen anderen Aeußerungen nicht beistimmen kann. Aber abgesehen von diesen Ausstellungen finde ich in dem kleinen Buche mehr evangelische Ein⸗ sicht, mehr Geisterprüfungsgabe, ein besseres Verständniß der Zeit und ihrer Zeichen, eine tüchtigere Psychologie und eine gesundere Auffassung des Un⸗ terschiedes zwischen der evangelischen, reformirten und katholischen Kirche, als ich in manchen hochberühmt gewordenen dickleibigen Werken moderner Gelehrsamkeit gefunden habe. Auch an der rechten polemischen Gründlich⸗ keit fehlt es nirgend. Der Verfasser theilt nicht die Meinung, „der confes⸗ sionelle Streit innerhalb der evangelischen Kirche,“ der Kampf gegen Cal⸗ vinismus, Union und Sectenthum („evang. Alliance“), sei nur „ein theolo⸗ gischer, nicht ein religiöser, nur Sache des Verstandes und Wissens, nicht aber des Glaubens.“ Nein, sagt er, „es ist, wie dies auch in der Sprache der Schrift liegt, 1 Joh. 4, 1—3., nicht ein Kampf von Ansichten oder wis⸗ senschaftlichen Dogmen, sondern von Geistern,“ und „der Sieg hängt nicht ab von der künstlichen Anhäufung von Argumenten, sondern von dem Geiste, aus welchem eine Schrift hergeflossen ist; dieser ist das Durchschlagende.“ „Zum Kampf der Geister in der evangelischen Kirche“ hat er darum auch diese Blätter subtitulirt und „gibt sich der Hoffnung hin, es werde in ihnen der Geist gewissen, zuversichtlichen, im Worte gegründeten Glaubens nicht zu verkennen sein.“ Da wir nun diese Hoffnung fast durchweg bestätigt gefunden haben, so vereinigen wir uns mit ihm in der Bitte, „die Schrift mit dem Bedacht zu lesen, mit welchem sie niedergeschrieben ist.“ Möchte dieser Wunsch von recht Vielen erfüllt werden! Blumenlese aus einer Ströbel'schen Recension. In dem dritten Hefte der Rudelbach⸗Guericke'schen Zeitschrift befindet sich die Recension der Schrift Vorreiter's: Luther's Ringen mit den anti⸗ christlichen Principien der Revolution. Halle 1860, von Ströbel. Daraus theilen wir folgende Fragmente mit: Die Lehre von der unsichtbaren Kirche betreffend, schreibt der Recensent: Wer keine unsichtbare Kirche kennt, der darf auch keinen