# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1862_S333 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ein brüderlicher Gruß aus Deutschland von Fr. Brunn. 333 Ihr seht, geliebte Brüder, was mich Euch verbindet, das Bekenntniß der reinen Lehre, die wahrhafte Einigkeit und Gemeinschaft des Glaubens und des Geistes. Darum darf ich es auch mit Freuden vor Euch bekennen, was mir die Verbindung mit Eurer Synode zu einer wirklichen Glaubens⸗ und Herzenssache macht, was mich auch zu einem kirchlichen Missionswerk für Eure Synode, zur Aufrichtung unseres hiesigen Proseminars für dieselbe getrieben hat und noch treibt, das sind nicht blos die äußern von Gott gefügten Umstände, die es so mit sich brachten, sondern hauptsächlich und am meisten die Gemeinschaft des Geistes und Glaubens mit Euch, das herzliche Verlangen mit Euch in gleichem Bekenntniß der Lehre zu stehen und mit Euch zu kämpfen den gleichen Kampf des Glaubens wider alle Künste der Lüge und Verführung in dieser bösen betrübten Zeit. In diesem Kampfe möchte ich Euch stärken, so viel meine geringen Kräfte es vermögen, in dem nehmlichen Kampf, der uns auch hier in Deutschland verordnet ist, suche ich auch Stärkung, Trost und Hülfe bei Euch und in Eurer Gemeinschaft. So gebe der gnädige Gott, daß unser hiesiges Proseminar ein lebendiges Bindeglied werde zwischen Eurer Synode und uns, er lasse es zu einem Zeugniß werden, für Euch, daß in Deutschland noch nicht alle Theilnahme für Euch, nicht alles Verständniß Eures Kirchenkampfes, nicht alle Einigkeit des Sinnes und Geistes mit Euch erloschen ist, ein Zeugniß für Euch, daß unsre deutsch⸗lutherische Kirche mit nichten Missourische Lehre für ein Rottenwesen halte, das sie von sich stößt, — für Deutschland aber sei unser hiesiges Proseminar ein Zeugniß für die Reinheit und Wahrheit des lutherischen Bekenntnisses, wie wir sie mit Eurer Synode öffentlich bezeugen möchten, damit immer Mehrere nüchtern werden aus den Stricken falscher Subjectivität und Zeitmeinungen und mit uns den Weg zurückfinden lernen zu der alten lautern Wahrheit Gottes, wie sie im Bekenntniß der lutherischen Kirche ewig unveränderlich niedergelegt, in den Schriften Luthers und der alten Väter erklärt und bezeugt ist. Wie gnädig und wunderbar der HErr die Errichtung unseres hiesigen Proseminars und seinen gedeihlichen Fortgang bis heute hat gelingen lassen, das ist Euch, geliebte Brüder, wohl schon bekannt geworden. Trotz der Kürze der Zeit ist in dem begonnenen Werke mit Gottes Hülfe bereits ein fester Grund gelegt. Ohne allzu große Mühe und Kosten hat sich hier in Steeden in meiner Pfarrwohnung die nöthige Einrichtung treffen lassen, um 9-10 Zöglinge aufnehmen und mit Kost und Logis versorgen zu können. Daß es aber weder an den Leuten, noch an den Mitteln zu ihrer Unterbringung und Versorgung bis hierhin hat fehlen dürfen, daß der HErr alle Umstände so weislich und herrlich dabei geleitet hat, daß Alles sich schicken, nach Wunsch zutreffen und gelingen mußte, daß Er besonders auch mir selbst hat gnädig beigestanden, daß ich neben dem heiligen Predigtamt, das mir befohlen ist, Zeit und Kräfte sowohl zum Unterrichte der Zöglinge als zur Leitung des ganzen Werks habe finden können: das Alles ist ein gar sichtlicher Beweis der Macht und Gnade des HErrn und ein Unterpfand Seines Segens und