# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1862_S331 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ein brüderlicher Gruß aus Deutschland von Fr. Brunn. 331 Euren Lehrstreitigkeiten mit der Synode von Buffalo, mit Chiliasten und Andern einen Anstoß zu nehmen, daß ich vielmehr frei öffentlich vor Euch und jedermann bekenne, daß grade Euer entschiedenes und treues Kämpfen und Auftreten wider alle falsche Lehre mich Euch zum Freunde erworben und gewonnen hat. Mag zwar sein, daß auch manchen unter Euch in der Hitze des Streits nach Menschen Weise hier und da ein menschlicher Fehler begegnet ist; auch ich habe mich freilich lange Jahre nicht finden können in die Schärfe, womit Ihr Euern Gegnern seid entgegen getreten, ich glaubte, wie Viele, darin einen Mangel an der nöthigen Liebe und Brüderlichkeit, ein zu scharfes Richten, Verketzern und Verdammen irrender Brüder erblicken zu müssen. Ich stehe hiergegen jetzt so, daß ich mir eines Theils wohl denke, daß auch bei Euch menschliche Schwachheit und Gebrechlichkeit sein mag, die mir aber das Herz zu Euch und gegen Euch nicht benimmt, sondern die ich für mein Theil gern lasse den HErrn und Seinem Gerichte anheim gestellt bleiben, auf der andern Seite aber stehe ich ganz zu Euch in Euren Kämpfen, als zu einem heiligen Streit für die Reinheit und Wahrheit der Lehre zu dem Ihr um des Gewissens willen heilig und theuer verpflichtet seid und indem es fürwahr auch gilt das Schwerdt des Geistes mit voller Schärfe und unerbittlicher Strenge gegen alle Lüge zu führen. Seit ich besonders die Lehre Grabau's aus seinem eignen Schriftchen (der Missourische Geist ꝛc.) habe näher und zuverlässiger kennen lernen, muß ich dieselben für einen tiefverstrickten Weg des Irrthums halten, ja, in vielen Stücken kann ich es nur für eine Lästerung der Wahrheit erklären, wenn Grabau theure und hohe Heiligthümer des Glaubens nicht nur so gänzlich verkennt, sondern für Missourischen Geist verschreit. Dem gilt es wahrlich fest zu widerstehen im Glauben und nicht zu weichen. Ich kann es darum mit Euch, geliebte Brüder, auch nur für die Erfüllung einer heiligen Pflicht halten, daß Ihr alle die armen Seelen willig aufnehmet, die aus dem Schooße der Buffalo⸗Synode hülfesuchend zu Euch kommen. Das ist so lange eine heilige Gewissenspflicht für Euch, als Grabau und seine Synode sich öffentlich falscher Lehre schuldig macht, zumal in so himmelschreiender Weise, als Grabau in seinem eignen obengenannten Schriftchen thut. Wollte Gott, es würden alle Seelen nüchtern, die in Grabauischen Netzen noch gefangen sind und suchten den Quell der reinen Lehre, wie er in Eurer Synode frei und offen fließt. — Nicht weniger billige ich Euer Auftreten gegen Pf. Löhe und alle Anhänger seiner Richtung in Europa und Amerika. So tadelnswerth uns in Deutschland dasselbe Anfangs auch schien; die Zeit hat Euch leider gerechtfertigt, indem sie es bewiesen hat, daß Pf. Löhe eine unlutherische Richtung eingeschlagen hat, die ihn nicht nur in mannigfache Irrthümer gebracht, sondern ihn und seine Schüler auch in eine entschieden falsche schiefe Stellung zur lutherischen Kirche und ihren Symbolen geführt hat. Das muß uns aber entschieden als lutherischer Grundsatz feststehen, daß die Wahrheit, die christliche Lehre, nicht unser, sondern Gottes ist, daß wir darum nicht einen Titel oder Buchstaben von ihr abzuthun oder an irgend einen Men⸗