# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1862_S330 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 330 Ein brüderlicher Gruß aus Deutschland von Fr. Brunn. da müssen auch Christen, da muß die Kirche sein, da sind es auch rechte Christenwerke, die von solchem Haufen gethan werden, wenn ihrer auch nur etliche Mann dabei wären, die es im rechten Glauben thäten. So werden von jeder sichtbaren Kirche oder Gemeinde die Rechte des geistlichen Priesterthums geübt, nicht als wenn der rohe unbekehrte Haufe, wie man fälschlich schreit und klagt, zum wirklichen Herrn und Inhaber dieser Rechte gemacht werden sollte, sondern nur weil derselbe das Organ oder Mittelglied ist, durch welchen der inwohnende Geist, die wahre und eigentliche Kirche ihre priesterlichen Werke vollzieht. — Nur auf diesem Wege kann ich mir eine rechte Regierung der Kirche denken, ohne weder in die Hand eines Papstes noch in den Greuel einer alle kirchliche Ordnung auflösenden Pöbelherrschaft in der Kirche zu gerathen, wenn in der sichtbaren Kirche und Gemeinde die unsichtbare handelnd, sich selbst verwaltend und regierend, (sei es unmittelbar oder mittelbar durch Synoden und bevollmächtigte Organe) erkannt wird. Nur dann ist eine wirkliche Ausübung der Rechte und Pflichten möglich, die Christus Seiner Kirche auf Erden gegeben hat, wie wir im Katechismus bekennen, und doch ist es nicht der grobe unbekehrte Haufe, dem irgend ein Recht und eine Gewalt in der Kirche beigelegt würde, sondern nur der in ihm verborgenen wahrhaft Gläubigen. So lasset uns nun fest halten an dem Bekenntniß der Hoffnung, die in uns ist, geliebte Brüder, und nicht wanken in dem allgemeinen Abfall und der Verwirrung dieser letzten Zeiten. Jetzt kann ich es nur als eine besondere und preiswürdige göttliche Fügung betrachten, daß grade in Amerika der HErr eine Synode von Missouri erweckt hat, die mit solcher Treue und Festigkeit, wie Euch durch Gottes Gnade gegeben ist, das reine und volle Bekenntniß der lutherischen Kirche öffentlich zum Panier gegen alle Verführung zum Irrthum aufgeworfen und bis hierhin treu bewahrt und vertheidigt hat. Es hat dieses grade für Amerika um so mehr eine so unvermeßlich wichtige und folgenreiche Bedeutung, als dort nicht nur überhaupt der englisch reformirte Sectengeist immer mehr die alleinige Herrschaft an sich reißen und wie in einem großen Strom Alles mit sich fortschleppen möchte, sondern auch alle verschiedenen Geistesrichtungen, wie sie heutzu Tag leider auch unter Lutheranern sich finden, in Amerika das freieste Feld der kirchlichen Entwicklung und Gestaltung finden: wie wichtig, wie unerläßlich nöthig ist es, dem Allen gegenüber das Bekenntniß der Wahrheit in seinem ganzen vollen Umfange, in seiner ganzen Lauterkeit und Reinheit, in seiner unveränderlichen ewigen Gültigkeit hoch auf den Leuchter zu stellen, um so das Fundament und den Grundbau einer lutherischen Kirche auch in den weiten Landen Amerika's herzustellen, der in dem Gewirr der Secten und all der falschen selbsterwählten eignen Wege, die man in Amerika geht, für künftige Zeiten feste stehen, sich ausbreiten und immer völliger emporwachsen kann zu einem heil. Tempel in dem HErrn, in dem Viele wohnen und trunken werden können von den reichen Gütern des HErrn und Seines Hauses. — Ich bin darum so gar weit und völlig entfernt an Euern kirchlichen Kämpfen in Amerika und besonders an