# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1862_S281 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Litterarische Intelligenzen. 281 schuldigung für die Untrennbarkeit seiner werthen Person von der Revisions⸗ sache: „was eben so natürlich als pflichtgemäß mir nur Uebelwollen übel deuten kann.") „Hochwichtig" ist die Sache auch für mich und alle evange⸗ lischen Glaubensgenossen, aber nur aus einem ganz anderen Grunde als für Stier und seine Leute. Wir Freunde der deutschen Reformation wollen nicht, daß zu der leidigen Thatsache einer Confessio Aug. invariata et variata nun auch das noch schlimmere „Schisma zwischen Biblia variata und invariata", neben das verhunzte Glaubensbekenntniß auch noch eine verhunzte Schriftdolmetschung, trete. Wir sind principielle Gegner der „Re⸗ vision;" denn „hier liegt wie sonst in so Vielem jetzt der eine, tiefe Gegen⸗ satz der Anschauungen dahinter." Für uns hat der Titel, den Stier für sich und seine Mitrevisoren in Anspruch nimmt: „Wir freie Freunde des Neuen auf dem alten Grunde, wir Fortschritts- und Vorwärts-Männer nach dem Rechte des Geistes über Tradition des Buchstabens" — durchaus nichts Verlockendes; wir halten es für christlicher, evangelischer, protestanti⸗ scher, deutscher, laut apostolischer Weisung festzuhalten was wir haben, da⸗ mit uns niemand unsere Krone raube, als mit hohlen Stichwörtern freige⸗ meindlicher Enthusiasterei zu prunken. Es muß dem Canstein'schen Revi⸗ sionsproject zum Ruhme nachgesagt werden, daß es sich mit klarem Bewußt⸗ sein und entschiedener Absichtlichkeit dem Stier'schen Schwindel entgegen⸗ stellt. Die Hallische Bibelanstalt fühlt das Bedürfniß „einer auf feste Principien gegründeten Revision," um die allmählig eingeschlichene Verschiedenheit der Textesgestaltung in der luth. Bibel (es sind jetzt wenig⸗ stens sieben verschiedene Recensionen im Gebrauch) womöglich wieder auf⸗ zuheben. Sie glaubt dies um so mehr hoffen zu dürfen, weil der Text ihrer Bibel schon seit lange her „fast überall für den echten Luther-Text angesehen, für die recepta gehalten wird." Um der Canstein'schen Bibel diesen Ruf auch ferner zu erhalten, tritt Mönckeberg der Meyer⸗Stier'schen Revi⸗ sionsweise entschieden entgegen, und wir halten es für Schuldigkeit, auf seine „Vorschläge" alle diejenigen aufmerksam zu machen, die über Geschichte und jetzigen Stand des Revisionswerkes eine kurze Belehrung suchen. —— Litterarische Intelligenzen. Bei J. F. Steinkopf in Stuttgart erschien im Laufe dieses Jahres: Wächter, Oscar, Bekenntnißgrund, Kirche und Sectenwesen in Wür⸗ temberg nach Geschichte, Recht und Lehre dargestellt. 8. VII, 175 S. n. 20 Ngr. „Der Verfasser geht davon aus, daß das Bekenntniß der ev.⸗luth. Kirche, wie es in den symbolischen Büchern niedergelegt ist, die unabänder⸗ liche Rechtsgrundlage dieser Kirche bildet. Als Anhang sind daher die ev.⸗ luth. Bekenntnißschriften im Auszuge beigegeben." Bei Beck in Nördlingen ist so eben erschienen: Die heilige Schrift neuen Testaments zusammenhängend untersucht von Dr. J. Chr. K. von Hofmann, ordentlichem Prof. d. Th. in Erlangen. Erster Theil 23¼ Bogen. 1 Thlr. 26 Ngr. Jeder Theil dieses, eine größere An⸗