# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1862_S258 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 258 Theologische Axiome. auch selbst zu dieser Zeit, da das wieder angezündete Licht des Evangeliums in vielen Reichen und Provinzen auf das helleste leuchtet. 9. „Da Christus spricht: Das Himmelreich ist gleich einem Netze, item, den zehen Jungfrauen, will er nicht, daß die Bösen die Kirche sein, sondern unterrichtet, wie die Kirche scheinet in dieser Welt; darum spricht er, sie sei gleich (simile, ähnlich) diesen ꝛc.: das ist, wie im Haufen Fische die guten und bösen durcheinander liegen, also ist die Kirche hie verborgen unter dem großen Haufen und Mennige der Gottlosen.“ (Apologie.) 10. Ubicunque nomen ecclesiae proprie ac specifice accipitur et pro catholica ecclesia ponitur, invisibilem sanctorum et vere credentium coetum denotat, quia vera ecclesiae catholicae membra non sunt, nisi vere creden- tes et sancti. (Quenstedt.) Ueberall, wo der Name Kirche eigentlich und specifisch genommen und für die katholische Kirche gesetzt wird, bezeichnet er die unsichtbare Versammlung der Heiligen und wahrhaft Gläubigen, weil die wahren Glieder der kath. Kirche nichts anderes sind, als die wahrhaft Gläubigen und Heiligen. 11. Wie der Mensch ist von zweien Naturen, Leib und Seele: also wird er nicht nach dem Leibe gerechnet ein Gliedmaß der Christenheit, sondern nach der Seelen, ja nach dem Glauben. Denn so die Christenheit wäre eine leibliche Versammlung, so könnte man einem jeglichen an seinem Leibe ansehen, ob er ein Christe, Türke oder Jude wäre; gleich als ich kann an seinem Leibe ansehen, ob er ein Mann, Weib oder Kind, schwarz oder weiß sei; item, in weltlicher Gesellschaft kann ich sehen, ob er zu Wittenberg oder Leipzig, hier oder da mit andern versammelt ist; aber gar nicht, ob er gläube oder nicht. Darum habe das veste, wer nicht irren will: daß die Christenheit sei eine geistliche Versammlung der Seelen in Einem Glauben, und daß niemand seines Leibes halben werde für einen Christen geachtet. (Luther.) 12. Es ist offenbar, daß die Christenheit eine geistliche Gemeine sei, die unter die weltlichen Gemeinen nicht mag gezählt werden, als wenig als die Geister unter die Leiber, der Glaube unter die zeitlichen Güter. (Luther.) 13. Videmus coetum hominum, qui est ecclesia, sed an illi homines sint ecclesia, non videmus. (Quenstedt.) Wir sehen die Versammlung von Menschen, welche die Kirche ist, aber ob jene Menschen die Kirche seien, sehen wir nicht. 14. Extra coetum vocatorum non sunt quaerendi electi. (Quenstedt.) Außer dem Haufen der Berufenen sind keine Auserwählten zu suchen. 15. Vere credentium et sanctorum coetibus, qui proprie militantem in terris ecclesiam Christi constituunt, ubique locorum admixtos esse non sanctos sive peccatores, occultos et manifestos, notius est, quam quod pro- batione indigeat. (J. Musaeus.) Daß den Gemeinschaften der wahrhaft Gläubigen und Heiligen, welche eigentlich die streitende Kirche auf Erden ausmachen, aller Orten Nicht⸗