# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1862_S252 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 252 im Leib, weiß nicht, wo er vor Unfall bleib.“ Sprichw. 27, 15.: „Drei Dinge treiben den Mann aus dem Hause: ein Rauch, ein übel Dach und ein böses Weib.“ 2 Kor. 6, 15.: „Der Herr Christus und Belial, stehen nimmer in einem Stall.“ Gal. 6, 7.: „Gott ist kein Baier, er läßt sich nicht spotten.“ Pred. 1, 2.: „Es ist alles eitel, nur nicht das Geld im Beutel.“ Bei G. Schlawitz in Berlin erschien: Dr. M. Luther, der deutsche Mann. Ein Büchlein für deutsche Schulen und das deutsche Volk, von C. Becker, luth. Pastor. Mit 12 Holz⸗ schnitten nach Gerg von Galer. 1861. S. 98. 7½ Sgr. Dr. Münkel zeigt das Büchlein mit folgenden Worten an: Die Haupt⸗ stücke aus Luthers Leben und der Reformation, schlicht und recht erzählt und in Schulen wohl zu gebrauchen, für welche die Holzschnitte eine willkommene Zugabe sind. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. Dr. D. Hunger, bisher Glied des südlichen Districts der Ohio⸗Synode, hat an ersteren die Bitte um ehrenvolle Entlassung gestellt, „da er,“ wie es im Synodalbericht heißt, „die Lehren der lutherischen Kirche, als nicht im Einklang stehend mit der apostolischen Kirche, als falsch anerkennen müsse, daher Gewissenshalber nicht länger Glied derselben sein könne.“ Herr Hunger war schon längere Zeit mit der lutherischen Lehre zerfallen und neigte sich nebst anderen seiner Ohio⸗Brüder der papenzenden Lehre Buffalo's zu, wobei er sich sogar zu der Behauptung verstieg, daß die Ordination einen gewisseren göttlichen Befehl habe, als selbst die Taufe. Nichts desto weniger meinte er mit seinen Gesinnungsgenossen in der bunten Ohio⸗Synode ein guter, ja der rechte Lutheraner zu sein. Jetzt scheint der Mann aus diesem Nebel herausgetreten, aber in desto größere Finsterniß gerathen zu sein. Vielleicht, daß für den so Tiefgefallenen nun eher Hülfe ist, als für die Heuchler, die bei durchaus unlutherischer Lehre die besten Lutheraner zu sein vorgeben und unter Luthers Namen das wahre Lutherthum verdammen. Die Synode von Wisconsin. Im „Luth. Kirchenboten“ vom 18. Juli lesen wir Folgendes in einem darin wiedergegebenen Briefe des Pastors Bading, Gliedes der Synode von Wisconsin: „Es war hohe Zeit, daß Watertown von unserer Synode besucht wurde. Es herrschte auf der einen Seite methodistische Geisttreiberei, auf der andern Seite rigoristische Exclusivität der“ (missourischen) „Altlutheraner und in der Mitte stand mein unwürdiger Vorgänger Sans — da wußten die armen hungrigen See⸗ len nicht, wohin sie sich wenden sollten.“ — Nach dem Urtheil Hrn. Ba⸗ dings reicht also ein Prediger der Missouri⸗Synode den Seelen kein Brod des Lebens dar; die Gemeinde eines solchen Predigers besteht nach ihm nur aus Rotten; wo Missourier predigen, da sind die Seelen wie Schafe, die keinen Hirten haben und verschmachten müs⸗ sen! Er und seine Genossen beschwören daher die christlichen Leute in Deutschland, ihnen Geld und Leute zu senden, damit sie den missourischen Predigern die Seelen abjagen kön⸗ nen, die unter denselben verloren gehen müßten. So machen es diese Herren: die Mis⸗ sourier beschuldigen sie fort und fort wegen deren unerkittlichen Festhaltens an lutherischer Lehre und Praxis unchristlicher Exclusivität, sie selbst aber sprechen es den missourischen Predigern ab, daß bei ihnen eine hungrige Seele ihren Hunger stillen könne; indem dies nur bei ihnen möglich sei. Kann es aber eine ärgere Exclusivität geben, als diese? Die Verleumdung erscheint dabei um so abscheulicher, wenn man weiß, wie die Gemeindefüh⸗ rung solcher Herren bestellt ist. Da findet eine Laxheit in Lehre und Zucht statt, daß gerade