# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1862_S236 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 236 Der Unionismus im Großherzogthum Hessen. die rechten Griffe sind, die der Teufel scheuet oder fleucht. Er verlachet wohl größer Ding, es muß ein Ernst hie sein . . . . Sondern da siehe auf, daß du im rechten Glauben da stehest, Gottes Wort hörest, und ernstlich betest, denn wo der Priester spricht: Laßt uns beten, da vermahnet er dich ja, daß du mit ihm beten sollt. Auch sollen seines Gebets Worte mit ihm zu Gott im Herzen sprechen alle Pathen, und die umher stehen. Darum soll der Priester dies Gebet fein deutlich und langsam sprechen, daß es die Pathen hören und vernehmen können, und die Pathen auch einmüthiglich im Herzen mit dem Priester beten, des Kindleins Noth aufs allerernstlichste für Gott tragen, sich mit ganzem Vermögen für das Kind wider den Teufel setzen, und sich stellen, daß sie es ihnen ein Ernst lassen sein, das dem Teufel kein Schimpf ist.“ „Daher ist etwan der Brauch gewest, daß die Täuflinge acht Tage nach der Taufe in einem weißen Westerhembde sind bekleidet einhergegangen, da sie noch nicht alle Christen waren, sondern der mehrer Theil waren Heiden. Und um das Osterfest gingen sie auch weiß gekleidet. Daher man noch den einen Sonntag nach Ostern heißt den weißen Sonntag; als wollten sie mit der That und Werk sagen und öffentlich bekennen, daß sie von Christo getauft und gereiniget wären. Weil wir aber jetzt alle getauft werden, so ist der Brauch abgangen, den ich nicht verneuern noch wieder aufbringen will, wiewohl noch heutiges Tages im Brauch ist.“ (Tischreden, 59, 67. Erl. Ausg.) Der Unionismus im Großherzogthume Hessen und seine nächsten Erfolge. Eine zeitgeschichtliche Beleuchtung von Einem zwischen Main und Rhein. (Frankfurt a. M. bei Brömer. 1862. S. 40). Eine kleine Schrift, welche mit scharfen durchgreifenden Zügen ein Stück hessischer Zustände zur Anschauung bringt, das leider ein bedeutendes Stück der kirchlichen Zustände überhaupt und aller Orten ist, und dazu dienen kann, denen, die sehen wollen, zu zeigen, wo wir stehen, und wohin man uns mit guten und bösen Worten, wissenschaftlich und handgreiflich führen will. Der Verfasser hat eine Reihe von Jahren gegen den einbrechenden Strom Dämme zu setzen gesucht, und spricht aus längerer Erfahrung und gründlicher Erkenntniß des Verderbens. Jetzt drängt ihn die Noth dazu, öffentlich zu reden. Den Lesern wird aus dem Zeitblatte bekannt sein, was im Großhzg. Hessen vorgeht. Durch die Vorgänge in Baden und der Pfalz ermuthigt, erhebt sich die kirchliche Umsturzparthei, um auch in Hessen den Kehraus zu spielen; und ohne Hoffnung des Gelingens ist sie keinesweges. Wie sie es treibt, und was ihr in die Hände arbeitet, das hat der Verfasser in dieser Schrift auch den blöden Augen kenntlich hingestellt. Nun seit langen Jahren hat sich der menschliche Verstand mit der Summe von Kenntnissen, die er auf eigene Hand erlangt hat, unterstützt von der modernen Bildung in das Wort Gottes hineingemengt, nicht als ein bescheidener Handlanger, sondern als ein übermüthiger Gebieter, und dadurch