# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1862_S231 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. 231 Anmerkungen. a. Selbst in dem fürs häusliche Gebet von Dr. Luther entworfenen Morgen- und Abendsegen ist in den 5 Stücken: Segnung mit dem heiligen Kreuz, Glauben, Vaterunser, Morgen-Abendgebet, Gesang liturgische Gliederung. b. Zu beklagen ist, daß für die Nebengottesdienste die Psalmodie so außer Uebung gekommen, wie auch der liturgische Name „Mette,“ und namentlich „Vesper“ in Vergessenheit gerathen ist. Psalmodie wäre jedoch leicht in den Nebengottesdienst wieder zurück zu führen durch Befolgung der von Dr. Luther gegebenen Anleitung, wie sie in dem Referat des Synodalberichts des Mittleren Distrikts von 1859 als Citat aufgenommen und dort S. 33 unten nachzulesen ist. Zur näheren Einsichtnahme in die Bestimmung und Einrichtung der Nebengottesdienste folgen hier gleichermaßen etliche Aussprüche Dr. Luthers. Deutsche Messe ꝛc.: „Weil alles Gottesdiensts das größeste und fürnehmest Stück ist, Gottes Wort predigen und lehren, halten wirs mit dem Predigen und Lesen also: Des heiligen Tags oder Sonntags lassen wir bleiben die gewöhnlichen Epistel und Evangelia, und haben drei Predigt: Frühe um fünfe oder sechse singet man etliche Psalmen, als zur Metten. Darauf predigt man die Epistel des Tages, allermeist um des Gesindes willen daß die auch versorget werden und Gottes Wort hören, ob sie ja in andern Predigten nicht sein könnten. Darnach ein Antiphon und das Te deum laudamus oder Benedictus um einander mit einem Vater Unser, Collecten und Benedicamus Domino. Unter der Messe um acht oder neune, predigt man das Evangelium, das die Zeit giebt durchs Jahr. Nach Mittage unter der Vesper, für dem Magnificat, predigt man das alte Testament, ordentlich nach einander (Erl. A. 22, 235.) Unterricht an die Pfarrherren ꝛc.: Weiter, weil auch an viel Enden die alten Ceremonien allenthalben abgethan, und wenig in der Kirchen gelesen oder gesungen wird, hat man dieses, wie hernach folget, verordnet, wie mans in den Kirchen und Schulen, und sonderlich an den Oertern, da viel Volks fürhanden, als in Städten und Flecken, hinfürter halten mag. Als nemlich: erstlich, mag man alle Tag frühe in der Kirchen drei Psalmen singen, Lateinisch oder Deutsch. Und die Tage, so man nicht prediget, mag durch einen Prediger eine Lection gelesen werden, als nemlich Mathäus, Lucas, die erste Epistel St. Johannis, beide St. Petri, St. Jacobi, etliche St. Pauli Episteln, als beide an Timotheum und Titum, an die Epheser, Colosser. Und wenn diese aus sind, soll mans wieder vorn anfahen. Und der, so die Lection lieset, soll darauf die Leute vermahnen, zu beten ein Vater Unser für gemeine Noth, sonderlich was zu dieser Zeit fürfället, als um Friede, Nahrung und sonderlich um Gottes Gnade, daß er uns behüte und regiere, Darnach mag die ganze Kirche ein deutsch Gesang singen, und darauf der Prediger eine Collect lesen.