# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1862_S228 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 228 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. „Und in solcher unser angeborner, erblicher, priesterlichen Ehre und Schmuck sind wir da, haben (wie Apocalipsis am 4. Cap. gebildet ist.) unser gülden Kronen auf den Häuptern, Harfen in der Hand und gülden Rauchfässer und lassen unsern Pfarrherrn nicht für sich, als für seine Person, die Ordnung Christi sprechen, sondern er ist unser aller Mund und wir alle sprechen sie mit ihm von Herzen, und mit aufgerichtetem Glauben zu dem Lamm Gottes, das da für und bei uns ist und seiner Ordnung nach uns speiset mit seinem Leibe und Blute. Das ist unsere Messe und die rechte Messe die uns nicht fehlet.“ „Denn hier geht's erstlich Alles nach der Ordnung und Befehl Christi, daß es der Kirchen auch in beider Gestalt gereicht und gegeben wird durch die Wort Christi: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib ꝛc. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Der Pfarrherr empfäht's nicht allein für sich, wie der Pabstgreuel thut; er opfert's auch nicht Gott für unsere Sünde und allerlei Noth, wie der Pabstgreuel thut; er theilt's uns nicht mit, verkäuft's uns nicht für ein gut Werk, Gott zu versöhnen, wie der Papstgreuel thut und solchen lästerlichen Jahrmarkt daraus gemacht hat: sondern reichts uns zu Trost und Stärkung unseres Glaubens. Hier verkündigt und predigt man von Christo; hie kann kein Geiz noch Abgötterei sein. Hie haben wir die Meinung Christi und der Kirchen gewiß; hie dürfen wir nicht sorgen, ob der Pfarrherr die Wort heimlich spreche oder ob er auch wandle, oder ob er auch gläube, denn wir hören die Worte der Einsetzung öffentlich, und sprechen sie von Herzen mit ihm, und die Einsetzung Christi (nicht unser Thun noch Chresem,) wandelt und gibt uns den Leib und Blut Christi. Gläubt der Pfarrherr nicht oder zweifelt, so gläuben wir; strauchelt er in den Worten oder wird irrig und vergißt, ob er die Wort gesprochen habe, so sind wir da, hören zu, halten fest und sind gewiß, daß sie gesprochen sind. Darum können wir nicht betrogen werden. Und weil die Ordnung und rechter Glaube da ist, muß es gewiß sein, daß wir den wahren Leib und Blut Christi empfahen. Und Gott sei Lob und Dank, daß ich die Zeit erlebt habe, zu sehen die rechte christliche Messe und den reinen christlichen Brauch des heiligen Sakraments. Ich sehe es mit Lust und Freuden meines Herzens, nach dem greulichen, schrecklichen Mißbrauch, so ich leider hab helfen treiben unter dem Pabstgreuel so viel Jahr.“ (Schrift von der Winkelmesse und Pfaffenweihe. 1533. E. A. 31, 370—372.) b) Wer aber für die Herrlichkeit solches Gottesdienstes allein nur empfänglich ist: „Diejenigen, so aus Fürwitz und Lust neuer Dinge gern zugaffen, sollen solchs Alles gar balde müde und überdrüssig werden: wie sie bisher auch in dem lateinischen Gottesdienst gethan haben, da man in den Kirchen täglich gesungen und gelesen hat und dennoch die Kirchen wüst und ledig blieben sein, und schon bereit auch im Deutschen thun. Darum ist das beste, daß solcher Gottesdienst auf die Jugend gestellet werde, und auf die Einfäl-