# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1862_S227 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. 227 allein in der Messe, von dem Priester zu sprechen. Hat nicht hie der Teufel uns das Hauptstück der Messe meisterlich gestohlen und in ein Schweigen bracht? Denn wer hat je gehört predigen, daß man in der Messe soll dieser Wort wahrnehmen*), und darauf trotzen mit einem festen Glauben, das doch hätt sollt das fürnehmst sein? Also haben sie sich gefürchtet und uns fürchten lehren, da kein Furcht ist, ja da aller unser Trost und Sicherheit anliegt. Was elender Gewissen hätt man hiemit trösten und erretten können, die für Furcht und Betrübniß verderbet sein. Welcher Teufel hat ihnen doch gesagt, daß die Wort, die die allergemeinsten, alleröffentlichsten sein sollen bei allen Christen, Priester und Laien, Mann und Weiber, jung und alt, sollen allerheimlichst verborgen sein? Wie sollt es möglich sein, daß wir wüßten, was Meß wäre, wie sie zu üben und halten sei, wenn wir die Wort nicht sollten wissen, darinnen die Messe steht und geht? — Aber wollt Gott, daß wir Deutschen Meß zu Deutsch lesen und die heimlichsten Worte auf's allerhöchst sängen. Warum sollten wir Deutschen nicht Meß lesen auf unser Sprach, so die Lateinischen, Griechen und viel Andere, auf ihre Sprach Meß halten? Warum hält man nicht auch heimlich die Wort der Taufe: Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen (Math. 28, 19.)? Mag hie ein jeder deutsch und laut reden, das doch nicht weniger heil. Wort und Zusagen Gottes sein; warum sollt man nicht auch laut und deutsch Jedermann diese Wort der Messen reden und hören lassen. (Ebendas. 27, 152.153.) 2. Von der ganzen Form des Hauptgottesdienstes. a) Wie schön herrlich und evangelisch derselbe ist: „Gott sei gelobt, in unsern Kirchen können wir einem Christen eine recht christliche Messe zeigen, nach Ordnung und Einsetzung Christi, auch nach der rechten Meinung Christi und der Kirche. Da tritt für den Altar unser Pfarrherr, Bischof oder Diener im Pfarramt, recht und redlich und öffentlich berufen, zuvor aber in der Taufe geweiht, gesalbet und geboren zum Priester Christi, ungeacht des Winkelchresems; der singet öffentlich und deutlich die Ordnung Christi, im Abendmahl eingesetzt, nimmt das Brot und Wein, dankt, theilet aus und gibt's in Kraft der Wort Christi: Das ist mein Leib, das ist mein Blut, solches thut ꝛc. uns andern, die wir da sind und empfahen wollen; und wir, sonderlich, so das Sakrament nehmen wollen, knien neben, hinter und um ihn her, Mann, Weib, Jung, Alt, Herr, Knecht, Frau, Magd, Eltern, Kinder, wie uns Gott allda zusammen bringt, allesammt rechte, heilige Mitpriester, durch Christi Blut geheiliget und durch den heiligen Geist gesalbet und geweihet in der Taufe.“ *) Wie passend daher die Stelle in Luthers erwähnter Paraphrase: „Zum andern vermahne ich euch in Christo, daß ihr mit rechtem Glauben des Testaments Christi wahrnehmet und allermeist die Wort, darinnen uns Christus sein Leib und Blut zur Vergebung schenkt, im Herzen feste fasset.“