# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S221 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 221 nach ihren besten Kräften (!) dienen, gemäß dem Lichte, das sie besitzen, und bereit sind, Alles zu thun, was der Himmel (!) von ihnen fordern mag, werden ohne Zweifel selig werden.“ Es sind dies Worte des Jesuiten-Paters Weninger. Dieser Grundsatz ist wahrscheinlich die Ursache, daß derselbe seine Missionen unter den Getauften anstellt und nicht unter den Heiden; denn da diese, wenn sie thun, was menschenmöglich ist, ohne Zweifel selig werden, so wäre es ja thöricht, sich um sie noch zu bemühen. Sie haben ja schon einen unzweifelhaften Himmelsweg ohne Christum und sein Evangelium! Wenn aber nun doch die Jesuiten Heidenmission treiben, so scheint es, sie wollen die Heiden vielmehr für den Pabst, als für Christum gewinnen. Generalsynode. Nach dem Observer vom 13. Juni sprachen die an die Generalsynode abgesendeten Delegaten der Miami-Synode „ermuthigend von der Einmüthigkeit und dem einträchtigen Handeln ihrer Glieder.“ Der Correspondent setzt hinzu: „Dies spricht günstig für unser lutherisches Zion, namentlich wenn wir die verschiedenen Lehransichten in Betracht ziehen, welche einige der leitenden Männer unserer Kirche hegen. Gewiß zeigt dies, daß unser Ministerium Liebe hat und daß einer den andern tragen kann.“ Es zeigt dies aber auch, daß diese Liebe eine andere ist, als von der Paulus schreibt: „Sie freuet sich der Wahrheit.“ 1 Cor. 13, 6. II. Ausland. Judenbekehrung. Aus dem uns erst nachträglich zugesandten Novemberheft des luth. Synodal-Blatts von Lohmann ersehen wir, daß Pastor Crome in Rade vorm Walde, der Sammler des vortrefflichen preußisch-luth. Gesangbuchs, in einer exegetischen Studie über Röm. 11, 25. 26. schlagend nachweist, daß genaue Einsicht in den Wortlaut des 11. Capitels des Br. an die Römer nichts weniger als die Hoffnung einer noch zu erwartenden solennen Judenbekehrung darin begründet findet. Bei der Dreistigkeit, mit welcher jetzt fast allgemein auf jene Stelle als einen unwiderlegbaren Beweis für jene Hoffnung hingewiesen wird, ist die Erscheinung einer solchen Exegese ein Ereigniß. Hannover. Am 14. April d. J., als am Confirmationstag des Kronprinzen, hat Se. Majestät der König von Hannover durch einen unmittelbaren Erlaß den alten hannoverschen Landeskatechismus abgeschafft und einen neuen für das ganze Land befohlen. Derselbe führt den Titel: Dr. M. Luthers Kleiner Katechismus mit Erklärung. Er schließt sich eng an den alten Katechismus von Walther, weil. Generalsup. in Celle, an. Dr. Münkel freut sich des Buches herzlich. In den rationalistischen und lichtfreundlichen Kreisen aber hat sich sogleich nach Veröffentlichung der königl. Verordnung ein heftiger Widerspruch erhoben. Vor der Hand sucht man dem unliebsamen Buche von Seiten des Rechts der Einführung beizukommen, indem es in einer Verfassungsbestimmung von 1848 heißt, daß es der Berufung einer Synode bedarf, „wenn für das ganze Königreich oder einzelne Landestheile neue Kirchenordnungen erlassen, oder in wesentlichen Grundsätzen derselben und namentlich in der Liturgie Veränderungen vorgenommen werden sollen.“ Dr. Münkel hat zwar trotzdem kein Bedenken über das formelle Recht der Einführung durch den König, uns will aber fast bedünken, daß ihn seine Freude über ein besseres Buch für die Schulen des Landes Bedenken übersehen läßt, die, obgleich sie in diesem Falle nur zum Vorwande für den Haß gegen Gottes Wort dienen, nicht alles Grundes entbehren dürften. Wiedertäuferei im Hannoverschen. Folgendes lesen wir in Dr. Münkels Zeitblatt: „Das Ministerium, melden die Wiedertäufer, hat sich endlich veranlaßt gesehen, das harte Gesetz von 1857, nach welchem es den Brüdern verboten war, außerhalb ihres Wohnortes Versammlungen zu halten, zurückzunehmen. In Folge dessen sind denn den Brüdern Bolzmann, de Neui und de Weerdt die ihnen dictirten Strafen erlassen worden.“ „Zu den besonderen Segnungen, die die Gemeinde erfahren hat, zählt Bolzmann (in der Stadt Hannover) zunächst, daß der Herr das Herz unserer Landesregierung zu unsern Gunsten geneigt und den Druck der Verfolgung und Beschränkung von uns genommen hat, so daß wir jetzt nicht nur an unserm Wohnorte, sondern auch auf unsern Stationen die Unsern besuchen und ihnen Gottes Wort verkündigen dürfen. Ferner hat er uns ein größeres