# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S220 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 220 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. vorbringen wollte, wiederholentlich mit großem Eifer vorgehalten: „Er solle seine Bedenken in sein Pult legen und wenigstens zehn Jahre immer wieder bedenken, ehe er sie vorbrächte!“ Gewiß ein Meisterstück von Kirchenregiments-Weisheit! — S. 9 wird berichtet, in dem Schreiben des östlichen Ministeriums an die Toledoer Gemeinde vom Mai 1859 heiße es betreffs der Synodalverbindung: „Wo Obrigkeit ist, auch die kirchliche, die ist von Gott verordnet (cf. auch II. Syn. Br. S. 69, P. Krause's Sache).“ — S. 11 u. 12 heißt es: „Wiewohl unsere These (daß bei vorfallenden Streitigkeiten der rechte Verstand der Augsb. Conf. aus keines andern als Luthers Schriften eigentlicher und besser genommen werden kann und soll), wie der Senior und die Synode (S. 35. 37.) bekennen mußten, aus dem Concordienbuch genommen, wurde dieselbe doch hämisch durchgezogen. . . . Ja, offenbar unwahr wird S. 37 vom Senior (und den ihm beitretenden Synodalen) behauptet: „„Wir lehrten, freilich mit der Concordienformel, ihr müßt den alleinigen Beweis (dies ist auch im Synodalbrief gesperrt gedruckt) über den wahren Sinn der A. C. aus Luthers Schriften nehmen.““ In einer Nachschrift schreibt Pastor Habel unter dem 6. April d. J. noch Folgendes: „Nachdem dies geschrieben war, kam mir eine Abschrift des Absetzungs-Dekretes gegen P. Kühn zu. Unter den seinsollenden Absetzungs-Gründen steht auch das Reden über den Synodalbrief. Damit sehe ich den Fehdehandschuh mir offen zugeworfen und erkläre daher nachträglich: Daß ich P. Grabau und sein Ministerium mit Allen, die ihn nicht strafen, für meine Gegner halten muß und sie als solche behandeln werde, wiewohl ich bemüht sein werde, christlich zu handeln. P. Grabau und die Seinen bleiben mir und ich ihnen gegenüber, so lange sie ihr Unrecht in Lehre und Leben nicht gut machen. Selbstverständlich ist, daß, da mein Amt nicht Grabau's, sondern Gottes ist, ich weder eine Suspension, noch Absetzung, noch sonst dergleichen von meinen Gegnern anerkennen werde.“ — Dies sind nur einige von den Blicken in das Treiben der Buffalosynode, welche uns ein Mann in dieselbe thun läßt, der einst, von ihrer Glorie geblendet, ihr zum Trost jenen berüchtigten längeren Artikel im Informatorium veröffentlichte, welcher die Ueberschrift trug: „Blick in die Missouri-Synode.“ Aus letzterer Synode hatte er offenbar etwas Sauerteig rechter Lehre hinübergerettet und dieser bringt nun dort, wie es scheint, den Buffaloer Synodalteig in eine Gährung, die dem Herrn Senior und seinen Parteihaltern jedenfalls sehr unangenehm ist. Männiglich dürfte jetzt einsehen lernen, daß unser Kampf gegen Lehre und Praxis der Buffalo-Synode gewiß kein unnöthiges Gezänk gewesen ist. Was würde eine Synode, wie die genannte, einen Mann wie Grabau an der Spitze, hier noch angerichtet haben, wäre ihr nicht alsobald kräftig entgegengetreten und ihr durch und durch unlutherisches Wesen nicht enthüllt worden! Die Canada-Synode hat schon wieder das Unglück gehabt, mit der Generalsynode in Verbindung gebracht zu werden. Und wieder ist der Lutheran and Missionary das Instrument dazu gewesen. In der 28. Nr. dieses Blattes erschien nehmlich Folgendes: „Eine Petition von der Canada-Synode wurde verlesen, worin gebeten wurde, daß die Constitution dieses Körpers so verändert werden möge, daß die Aufnahme besagter Synode als eines Theils der Generalsynode zulässig werde.“ Die gegenwärtigen Beamteten der Canada-Synode erklären aber: „Hierüber befragt, antworten wir, daß die ev.-luth. Syn. von Canada keinen Beschluß gefaßt hat, der eine solche Bittschrift rechtfertigte, noch, daß wir, als gegenwärtige Beamte der gen. Syn., eine solche Bittschrift unterzeichnet haben.“ Wer mag wohl den Herren diesen Schabernack gespielt haben? Zum Glück sind diesmal die wachsamen Beamteten der Gefahr, in der ihre Synode aufs neue schwebte, mit der generalen Synode identificirt zu werden, so entgangen. Romanismus. Es ist merkwürdig, wie die Romanisten bei ihrem Anspruch, die „allein selig machende Kirche“ zu sein, auf Grund ihres Pelagianismus sich zu dem gröbsten Indifferentismus bekennen. So lesen wir in der Oertelschen New Yorker Katholischen Kirchenzeitung vom 19. Juni unter der Ueberschrift: „Die allein seligmachende Kirche“, folgende Worte: „Der Stand der Heiden unterscheidet sich ganz besonders von dem der getauften Protestanten. Heiden, welche schuldloser Weise im Irrthum sind und Gott (!)