# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S217 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 217 auf die zwischen Lutheranern und Reformirten streitigen Punkte“ und einen „kurzen Abriß der hauptsächlichsten ungesunden religiösen Richtungen“ enthält. Das ist in der That Schade, so wahr es ist, daß das Büchlein auch so ein Ganzes bildet. Immerhin aber freut es uns, die wackere Arbeit des theueren Dr. Graul auch in englischer Sprache verbreitet zu sehen, und wünschen wir dem l. Büchlein von Herzen viele Leser und guten Erfolg. C. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. Der „Lutheran and Missionary“ über die jüngste Generalsynode. In der Nummer dieses Blattes vom 22. Mai findet sich ein Aufsatz mit der Ueberschrift: „Die jüngste Generalsynode“ von offenbar apologetisch sein sollendem Charakter. Leider ist derselbe so übel gerathen, daß seine nichtssagende Armseligkeit wohl mit das sprechendste Zeugniß abgiebt für den nichtssagenden Charakter der von ihm vertretenen ehrw. Versammlung. Er beginnt mit einer haarsträubenden Schilderung der beiden Extreme, der steifsten Symbolisten und der maßlosesten Neumaßregel-Leute, die, wie das Gerücht ging, auf dieser Versammlung vertreten sein sollten, und tröstet mit der Versicherung: „Selbst diese Extreme, wenn solche gegenwärtig waren, vereinigten sich in dem Gefühl, daß nie eine anmuthigere kleine Stadt (als Lancaster, der Sitz der diesjährigen Versammlung), eine freundlichere und lieblichere Gemeinde die Generalsynode in ihren Schooß aufgenommen habe.“ Freilich muß er dann zugestehen, daß es Punkte gab, die nicht von allen auf gleiche Weise angeschaut wurden, und daß namentlich die Wahl des Dr. Benjamin Kurtz zum Präsidenten der Synode sehr streng kritisirt wurde. Aber auch sie läßt sich ja entschuldigen. Sie war ja nur „ein Tribut freundlicher Gesinnung gegen einen alten und einflußreichen Diener des Worts.“ Sie hatte nicht die Meinung, des Doctors „Theologie, seine Zeitschrift (den Observer), sein Institut, seine Platform oder sein organisches Princip synodalen Lebens zu endossiren.“ Zwar hat der „gute Präsident“ offenbar den Gang der Verhandlungen meist nach den Grundsätzen und stehenden Gebräuchen einer lebhaften „verlängerten Versammlung“ geführt und zuweilen schienen alle zu sprechen und niemand zuzuhören. Aber — „es herrschte doch die beste Stimmung“. Und „jedermann sagte, was ihm beliebte, wann es ihm beliebte und so oft es ihm beliebte“, wenn auch „nichts als die weise Anordnung, die den berathenden Mitgliedern den Mund stopfte, die Synodalgeschäfte davor retten konnte, daß sie nicht durch eine Sündfluth von Worten von der Erde hinweggeschwemmt wurden“. Zwar war die Hoffnung vergebens, daß sich „die Generalsynode so weit möglich mit einiger Einmüthigkeit aussprechen würde über die weit in der Kirche verbreiteten Anschuldigungen gegen die Augsburgische Confession“. Und höchst beklagenswerth ist es, „wenn die Ursache, daß in dieser das innerste Leben berührenden Sache des Bekenntnisses unserer Kirche nichts gethan wurde, die war, daß Brüder einander mißtrauten“. Doch „solche Gefühle, wofern sie existiren, sind neueren Datums. Es gab eine Zeit, und sie ist noch nicht lange hinter uns, wo gegenseitiges Vertrauen selbst da herrschte, wo die Meinungen verschieden waren“. So bleibt der fromme Wunsch: „möge dieser Geist in seiner Fülle wiederkehren“. Schließlich wird bemerkt: „Vieles von dem, was die Generalsynode zu Stande gebracht hat, wird der Kirche wohlgefallen. Die Schritte, eine Mission in Cina zu gründen, das sich zeigende Interesse an dem guten Werk in Afrika, die Maßregeln zur Förderung der Thätigkeit für innere Mission, die Beschlüsse über den Zustand des Landes — alles dieses waren rechte Sachen, gethan in der rechten Weise. Sagt man: unsere Generalsynode dürfte mehr gethan haben, so mag man andererseits befürworten, daß sie doch einiges gethan hat; sagt man: einige ihrer Verrichtungen dürften besser gethan worden sein, so mag mit gleicher Wahrheit behauptet werden, daß doch einiges gut gemacht worden ist und daß