# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S213 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Artikel des christlichen Glaubens. 213 fundaments nicht wissen kann, die aber doch ohne Verletzung des Fundaments nicht geleugnet werden können. Dahin gehören die Artikel von den characteristischen Eigenschaften der göttlichen Personen, von der persönlichen Vereinigung und Mittheilung der beiden Naturen in Christo, von der Erbsünde, von der Rechtfertigung allein durch den Glauben mit Ausschluß jeglichen Werkes u. s. w. Obwohl nicht von allen einfältigen Christen eine Kenntniß dieser Artikel schlechterdings erforderlich ist, um Gläubige zu sein, so kann doch das Leugnen derselben nicht zugleich mit dem Glauben und Heil dessen bestehen, der da leugnet; es sei denn, daß die außerordentliche Einfalt und die Unkenntniß der Consequenz, durch welche das Leugnen den Glaubensgrund umstößt, und ein Herz dazu kommt, das vor solchem Irrthum erschrickt und besserer Unterweisung zugänglich ist. Die secundären Artikel sind eigentlich mehr Bestandttheile oder Erklärungen der primären, als besondre, von den übrigen Artikeln unterschiedene selbstständige Artikel. Sie heißen aber mit Recht fundamentale Glaubensartikel in weiterer Bedeutung, insofern sie zum Glauben gehören und mit dem Heilsgrunde zusammenhängen. So sind z. B. im Artikel von der Person Christi drei Theile über die drei Arten der Mittheilung der Eigenschaften. Der Unterschied zwischen den primären und secundären Artikeln liegt also darin, daß man die ersteren nicht nur nicht leugnen darf, sondern sie auch alle wissen muß, um zum seligmachenden Glauben zu kommen — während man ohne die letzteren zu wissen, doch den seligmachenden Glauben haben kann. Aber sie dürfen nicht geleugnet werden, da ihre Leugnung allezeit einen Irrthum einschließt, der durch Consequenz das Glaubensfundament umstößt. Der Grund, warum man die secundären Artikel nicht schlechterdings wissen muß, um selig werden zu können, liegt nicht darin, daß man mit Annahme der primären Artikel zugleich auch unbewußt die secundären mit annehme, z. B. wenn ich glaube, daß IEsus Christus Gott und Mensch sei, daß ich dann auch implicite die drei Arten der Mittheilung der Eigenschaften glaube, — das wäre der katholische Köhlerglaube! — Sondern der Grund liegt darin, daß diese secundären Fundamentalartikel nicht nothwendig zur Erzeugung des seligmachenden Glaubens gehören, wie die nachstehenden Beispiele zeigen werden. Der Artikel von den characteristischen Eigenschaften der drei Personen in der Gottheit ist ein secundärer Artikel, denn es kann ein einfältiger Christ Vater, Sohn und heil. Geist als den Einen wahren Gott glauben und verehren, ohne zu wissen und daran zu denken, wie die Person vom Wesen, die Persönlichkeit des Sohnes von der des Vaters u. s. w. unterschieden ist. Wiedrum aber: wer die characteristischen Eigenschaften der göttlichen Personen, dadurch sie von einander unterschieden sind, leugnen wollte, der würde damit die göttlichen Personen selbst leugnen; denn die göttlichen Personen sind gerade durch diese