# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S211 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Artikel des christlichen Glaubens. 211 Antithese. Es ist demnach da kein Glaube noch Heil möglich, wo dieses Glaubensfundament ganz oder theilweise geleugnet wird, sei es aus Unwissenheit oder aus Bosheit. cf. Jes. 9, 2.; Luc. 2, 79.; Apostg. 17, 30.; Matth. 9, 36.; C. 28, 13.; Luc. 6, 39.; Apostg. 4, 12. V. Nicht alle Fundamentalartikel stehen in gleich unmittelbarer Verbindung mit dem Fundamente oder fordern eine gleich vollkommene Erkenntniß vom Menschen, um zum Glauben und zur Seligkeit zu kommen, weshalb sie wieder eingetheilt werden in primäre (primarii) und in secundäre (secundarii) Fundamentalartikel des christlichen Glaubens. Beweis: In den Stellen 1 Cor. 3, 2., und Hebr. 5, 12. 13., und C. 6, 1. 2. wird deutlich unterschieden zwischen Lehren, die jedem Menschen zur Erlangung des Glaubens und des Heils zu wissen unbedingt nöthig sind und zwischen solchen, welche nur zu besonderer Vollkommenheit der Erkenntniß gehören. VI. Primäre Fundamentalartikel sind die, welche man zu allen Zeiten in der Kirche ohne Verlust des Glaubens und des Heils nicht nur nicht leugnen darf, sondern von einem jeden gewußt werden müssen, wenn der seligmachende Glaube erzeugt werden soll. Um nämlich Christum, das reale Fundament des Heils, gläubig zu ergreifen und festzuhalten, ist die Erkenntniß der primären Artikel durchaus nothwendig, da nicht das Fundament an sich, sondern nur das erkannte und ergriffene Fundament den Glauben giebt. VII. Die primären Fundamentalartikel können wiederum eingetheilt werden in solche, deren Inhalt das innere Wesen des Fundaments, Christi, selbst beschreiben, wie z. B. der Artikel von Christo, dem Gottmenschen, oder von Christi Verdienst und Genugthuung für die Sünde; — und in solche, welche nicht sowohl zu dem inneren Wesen des realen Fundaments Christi gehören, als vielmehr die nothwendige Grundlage jener bilden, daß dieselben den seligmachenden Glauben im Menschen erzeugen und erhalten können, z. B. die Artikel von der Dreieinigkeit Gottes, vom gnädigen Willen Gottes, wonach er alle Menschen selig machen will; von der Sünde, dadurch der Mensch besteckt, Gott ein Greuel und der Strafe verfallen ist; von der Rechtfertigung u. s. w. Sowie Christus das reale Fundament des Heiles ist, weil er die verdienstliche Ursache desselben ist, so zeigt der primäre Artikel von Christo, dem Gottmenschen, eben den, welcher die verdienstliche Ursache — also Grund des Heils selbst ist. Ebenso zeigt der Artikel von Christi Verdienst für die Sünde gerade den, der Vergebung der Sünden erworben hat. Denn um zu erkennen, daß Christus für uns genug gethan