# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S207 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. 207 a) Introitus, Kyrie, Gloria ꝛc.: „Der ersten Väter Zusätze, welche etwa einen Psalm oder zween, als man liest, ehe sie das Brot und Wein segneten, mit heimlicher Stimme gebetet haben, wie man denn achtet, daß Athanasius und Cyprianus gethan haben, wären wohl zu loben. — Darnach gefallen mir die wohl, so das Kyrie eleison hinzugesetzt haben; denn wir lesen, daß zu Basilii Zeiten, den man Magnum nennt, das Kyrie eleison in gemeinem Gebrauch sei gewesen allem Volk. — Daß man Episteln und Evangelia liest in der Messe, ist nicht allein löblich, sondern auch allweg und noch Noth, ohne daß daran fehlt, daß mans nicht in der Sprache liest, darin es vom gemeinen Mann verstanden würde. — Nachdem aber das Singen in der Kirche aufgekommen, hat man die Psalmen verwandelt in den Introitum, darnach auch hinzugesetzt den englischen Lobgesang Gloria in excelsis Deo, item die Gradual, Alleluja, Patrem, d. i. die Artikel des Glaubens, im Concilio zu Nicäa zusammengesetzt, auch das Sanctus, Agnus Dei, Commun ꝛc., welche alle der Maßen sind, daß man sie nicht tadeln mag, sonderlich die man singt (de tempore) von der Zeit oder an Sonntagen, denn dieselben Tage allein bisher die alte Lauterkeit im Gottesdienste anzeigen, ausgenommen den Canon der Stillmesse.“ (Weise, christl. Meß zu halten, Jen. A. 332 b. 333 ff.) b) Die vorigen und anderen Stücke, besonders aber das Agnus Dei: „Viel Gesang in der Meß ist fein und herrlich vom Danken und Loben gemacht und bisher blieben, als Gloria in excelsis et in terra, das Alleluja, das Patrem, die Präfation, das Sanctus, das Benedictus, das Agnus Dei. In diesen Stücken findest du nichts von Opfer, sondern eitel Lob und Dank, darum wir sie auch in unserer Messe behalten. Und sonderlich dient das Agnus über alle Gesänge aus der Maßen wohl zum Sacrament, denn es klärlich daher singt und lobt Christum, daß er unsere Sünden getragen habe, und mit schönen kurzen Worten das Gedächtniß Christi gewaltiglich und lieblich treibt. Und Summa, was böse in der Messe ist, ist vom Opfer und Werk, das hat Gott wunderlich geschickt, daß fast alles der Priester heimlich liest, und heißt die Stillmesse. Was aber öffentlich durch den Chor und unter dem Haufen gesungen wird, ist fast eitel gut Ding und Lobgesang, als sollte Gott mit der That sagen, er wolle seine Christen mit der Stillmesse schonen, daß ihre Ohren solchen Greuel nicht müssen hören und also die Geistlichen mit ihrem eigenen Greuel plagen lassen.“ J. A. 5, 196 b. c) Glaube und Perikopenpredigt: „Nach dem Evangelio singt die ganze Kirche den Glauben zu deutsch: Wir glauben all an einen Gott. Darnach gehet die Predigt vom Evangelio des Sonntags oder Fests. Und mich dünkt, wo man die deutsche Postillen gar hätte durchs Jahr, es wäre das Beßte, daß man verordnete die Postillen des Tages ganz oder ein Stücke aus dem Buch dem Volk fürzulesen nicht allein um der Prediger willen,