# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S204 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 204 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. sich die unter I. § 1 und 8 aufgestellten Grundsätze. Siehe hierbei auch die in letzterem Paragraph sub b. befindlichen Citate. Augsb. Conf. Art. 24.: „Man legt den Unsern mit Unrecht auf, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öffentlich, daß die Messe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größrer Andacht und Ernst gehalten wird, denn bei den Widersachern. So werden auch die Leute mit höchstem Fleiß zum östernmal unterrichtet vom heil. Sacrament, wozu es eingesetzt und wie es zu gebrauchen sei, als nämlich die erschrockenen Gewissen damit zu trösten, dadurch das Volk zur Communion und Meß gezogen wird.“ Luther, Sermon von dem Neuen Testament, d. i. von der heil. Messe 1520: „In diesen Sprüchen (nämlich Luc. 22, 19., 1 Cor. 11, 26., Ps. 102, 22. 23., Ps. 111, 4. 5.) siehest du, wie die Meß eingesetzt ist, Christum zu predigen und loben, sein Leiden und alle seine Gnade und Wohlthat zu preisen, damit wir ihn zu lieben, hoffen, glauben bewegt, und also auf dieselben Wort oder Predigt, auch ein leiblich Zeichen, das ist, das Sacrament empfahen, auf daß damit unser Glaube mit göttlichen Worten und Zeichen versorgt, befestigt, stark werde wider alle Sünd, Leiden, Tod und Hölle, und Alles, was wider uns ist. Und wo die Predigt nicht hätt sollt sein, hätt er die Meß nimmermehr eingesetzt. Es ist ihm mehr am Wort, denn an den Zeichen gelegen. Denn die Predigt soll nichts anders sein, denn Verklärung der Wort Christi, da er sagt und die Meß einsetzt: Das ist mein Leib, das ist mein Blut ꝛc. Was ist das ganz Evangelium anders, denn ein Verklärung (Erklärung) dieses Testaments? Christus hat das ganz Evangelium in einer kurzen Summa begriffen, mit den Worten dieses Testaments oder Sacraments. Denn das Evangelium ist nichts anderes, denn eine Verkündigung göttlicher Gnaden und Vergebung aller Sünd durch Christus Leiden uns geben. Wie St. Paul beweiset Röm. 10, (9. 11. 12.) und Christus Luc. 24, (46. 47.). Dasselb haben auch in sich die Wort dieses Testaments, wie wir gesehen haben.“ Erl. A. 27, 167. 168. § 4. Der Hauptgottesdienst in seinen Bestandtheilen. Da das heil. Abendmahl als Siegel des Worts Ziel und Schlußstein des Hauptgottesdienstes ist nach § 8 b., so hat derselbe eine Menge liturgischer Formen, die bei einer vollständigen Liturgie folgende sind: Introitus, Kyrie, Gloria mit dem et in terra, Salutation und Collecte, Epistel, Lied, Evangelium, Glaube, Predigt, Beichte und Absolution, Kirchengebet, Fürbitten und Vater unser, Psalmodie, Präfation mit dem Sanctus, Vater unser (da und dort mit vorausgehender Luther'scher kurzer Abendmahlsvermahnung), Consecration, Agnus Dei, Friedensgruß, Distribution und während derselben Abendmahlslieder, Nunc dimittis oder: „Mit Fried und Freud,“ Danksagungscollecte und Segen. Bei näherer Betrachtung erscheinen jedoch diese Theile als kein zufälliges, unpassendes Conglomerat (Gehäuse). Seine charakteristischen Züge sind namentlich zwei.