# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1862_S196 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 196 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. Kasel, Alben, Altar, heben auf, wie lange es uns gelüstet. Darum soll mein Rottengeist nicht wider uns Wittenberger auf die Weise fechten: Sie heben das Sacrament auf, darum sündigen sie wider Gott; sondern also: Sie lehren und gebieten, man müsse das Sacrament aufheben bei einer Todsünde, darum sündigen sie wider Gott; denn so thun und lehren die Papisten. Wir aber lehren nicht so und thun das also frei, so lang es uns lüstet. Das Thun schadt nicht, die Lehre aber ist der Teufel. Wiederum im Kloster lassen wirs; aber wir lehrens nicht, wie Dr. Carlstadt thut; das Lassen schadt nicht, das Lehren aber ist der Teufel. Daraus merke nu, welches des Endchrist Vettern seien, wir oder Dr. Carlstadt. Wir thun wie die Papisten, ohn daß wir die Lehre, Gebot und Zwang nicht leiden, wir lassen auch wie die Carlstadtischen, aber das Verbot leiden wir nicht. So sind nu der Pabst und Dr. Carlstadt rechte Vettern im Lehren; denn sie lehren beide, einer das Thun, der ander das Lassen. Wir lehren aber keines und thun beides.“ (Erl. A. 29, 189 ff.) Derselbe: „Mich wundert aber dieser Jüdischen Heiligen, die so steif am Gesetz Mosis hangen und wider die Bilder toben, wie sie mit Gulden und Kleinodien thun, da Bilder auf stehen? Denn ich höre, sie haben viel Gulden und Kleinod; so münzt man im Joachimsthal St. Joachim auf die Groschen. Es wäre mein Rath, daß man den großen Heiligen von den Sünden hülfe und nähme ihnen die Gulden und silber Groschen und Becher. Denn ob sie wohl den Bildern feind sind, ist doch zu besorgen, sie seien noch nicht so fern entgrobet, noch in die Studirung und Verwunderung und Besprengung kommen, daß sie dieselbigen von sich selber könnten wegwerfen: auch ist vielleicht die Menschheit noch so schwach, daß auch die lebendige Stimme vom Himmel nicht genug sei, sondern gute starke Gesellen, die sonst nicht viel zu verzehren hätten. Es hat auch noch ein Fehl mit diesen Bilderstürmern, daß sie selbst ohne Ordnung drein fallen und nicht mit ordentlicher Gewalt fahren: wie denn ihre Propheten stehen, schreien und hetzen den Pöfel, und sagen: ha, haue, reiß, beiß, schmeiß, brich, stich, stoße, tritt, wirf, schlage die Götzen ins Maul, siehest du ein Crucifix, so speie ihm ins Angesicht ꝛc. Das heißt Carlstadtisch die Bilder abgethan, ja den Pöfel toll und thöricht machen und heimlich zum Aufruhr gewöhnen, welche denn in das Werk hineinplumpen, meinen, sie seien nu große Heilige, werden so stolz und frech, daß über die Maße ist: und wenn mans bei dem Licht ansiehet, so ists ein Gesetzwerk, ohn Geist und Glauben geschehen und doch eine Hoffarth im Herzen macht, als seien sie durch solch Werk für Gott etwas sonderlich. Das heißt denn eigentlich wiederum Werk und freien Willen gelehret.“ (Erl. A. 29, 146 ff.) Anmerkung. Historische Belege liefern außer der Bilderstürmerei zur Reformationszeit die Streitigkeiten der Puritaner mit den Episcopalen betreffs liturgischer Dinge; die gottesdienstlichen Versammlungen der Methodisten, der Quäker u. dgl. m. Charakteristisch ist auch die Abneigung des Pietismus gegen die Liturgie ꝛc.