# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S187 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die kirchliche Legende über die heiligen Apostel ꝛc. 187 zige aus dem 16. Jahrhundert herstammende lutherische Kirchenordnung, welche, unberührt von den wechselnden dogmatischen und kirchenrechtlichen Zeitströmungen, nach ihrem ganzen, die kirchliche Verfassung sowohl, als das kirchliche Leben betreffenden Inhalte nicht allein rechtlich, sondern auch thatsächlich ihre gesetzliche Geltung behalten hat. Sie bildet noch heute das Grundgesetz für die Lauenburgische Landeskirche, ist demnach ein integrirender Theil der Lauenburgischen Landesverfassung, und eben dadurch ist ihr Wiederabdruck zu einem unabweisbaren Bedürfnisse geworden. Ausgezeichnet durch ihre streng lutherische Correctheit, enthält sie in der theils biblischen, theils historischen Begründung ihrer Dispositionen manche Eigenthümlichkeiten und verdient gewiß allgemeiner und vollständiger bekannt zu werden, als sie es dem Auslande durch den in dem bekannten Richter'schen Werke (Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts. Weimar 1846) enthaltenen Auszug hat werden können. Sie ist, nach den Aeußerungen des verstorbenen Superintendenten Catenhusen, die schönste, gründlichste und vollständigste von allen Kirchenordnungen, die aus der Reformation hervorgegangen sind, indem sie nach gänzlich vollendeter und völlig abgeschlossener Reformation die Gesammtresultate derselben in sich aufgenommen hat. Sie leuchtet als die edelste Perle unter ihnen, weßhalb denn auch gerade sie die Blicke Vieler in den deutschen lutherischen Landen auf sich zieht und der Gegenstand mannichfaltigen Verlangens in der letzten Zeit geworden und gewesen ist.“ Die kirchliche Legende über die heiligen Apostel vollständig aus den Quellen übersetzt von Franz Otto Stichert. Leipzig bei B. G. Teubner, 1861. S. VIII und 319 in 8. Es ist uns diese Schrift zur Recension übersendet. Nachdem wir dieselbe in ihren Hauptpartien durchgesehen haben, können wir sie namentlich Predigern, und auch solchen Laien, welche das Bedürfniß haben, sich auch in der zum Theil apokryphischen Geschichte der kirchlichen Urzeit näher zu orientiren, mit gutem Gewissen empfehlen. Was sich nur immer in den ältesten schriftlichen Urkunden über die heiligen Apostel vorfindet, hat der Verfasser wirklich, seinem Versprechen nach, ungeschmälert in durchaus treuer wörtlicher Uebersetzung aus den griechischen und lateinischen Quellen gegeben. Kürzungen sind nur an wenigen Stellen, unter Anführung des Inhalts des Gekürzten, eingetreten. Laut des Titels ist die Schrift „für Geistliche und Nichtgeistliche aller Confessionen“ verfaßt, was sonst den Verdacht erwecken möchte, daß der Autor zu Ungunsten der Sache jedem subjectiven Geschmack werde gerecht zu werden versucht haben; in der That hält sich aber Stichert,