# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S180 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. 180 Wort und Sacrament treten daher auch nicht als Gnadenmittel hervor, durch welche und in welchen Gott als Gefäßen seine Gnade anbeut und darreicht und wahrhaftig unter seinen versammelten Christen mit seinem Geist und Gaben gegenwärtig ist. Das Wort wird als Mittel der Herzenserregung betrachtet, in welcher der Mensch sich fähig hält, die Gnade von irgendwoher zu ergreifen und in der er erst sich in der Nähe des HErrn weiß. Ingleichen wird das Abendmahl zum mnemonischen Ritus, zum Gedächtnißmahl, das daher nicht nur nicht im Hauptgottesdienst der Verkündigung des Wortes allewege folgt, sondern nur dann und wann „gefeiert“ wird und wobei die Consecration in eine historische Recitation sich verwandelt. Schmalk. Art. Von der Beichte: „In diesen Stücken, so das mündliche äußerliche Wort betreffen, ist fest darauf zu bleiben, daß Gott Niemand seinen Geist und Gnade gibt, ohne durch oder mit dem vorhergehenden äußerlichen Worte. Damit wir uns bewahren für den Enthusiasten, das ist, Geistern, so sich rühmen, ohne und vor dem Wort, den Geist zu haben und darnach die Schrift oder mündliche Wort richten, deuten und dehnen ihres Gefallens, wie der Münzer that, und noch Viele thun heutiges Tages, die zwischen dem Geist und Buchstaben scharfe Richter sein wollen, und wissen nicht, was sie sagen, oder setzen. Denn das Pabstthum auch ein eitel Enthusiasmus ist, darin der Pabst rühmet: Alle Rechte sind im Schrein seines Herzens, und was er mit seiner Kirche urtheilet und heißt, das soll Geist und recht sein, wenns gleich über und wider die Schrift oder das mündliche Wort ist.“ (Welche Verwandtschaft!) Luther zu 5 Mose 4, 28.: „Sehet, was thun unsere neuen Rotten und Schwärmer anders, denn daß sie die Leute auf die Werke führen? . . . Die Wiedertäufer, was thun sie, was lehren sie? Sie sagen die Taufe sei nichts; nehmen aus der Taufe rein hinweg die Gnade, daß keine Gnade und Barmherzigkeit Gottes, keine Vergebung der Sünden drinnen sei; sonder nur ein Zeichen, daß du fromm seiest, und du mußt zuvor sein, ehe du getauft wirst ꝛc., oder die Taufe sei ein Zeichen, daß du dieselbige Frömmigkeit habest. Sie sondern die Gnade ab von der Taufe und lassen mir da ein bloß äußerlich Zeichen; da ist kein Fünklein der Gnade, sondern sie ist gar herausgeschnitten. Wenn also die Gnade Christi aus der Taufe gar hinweg ist, so bleibet ein pur Werk. Also im Sacrament des Abendmahls des HErrn nehmen die Schwärmer heraus die Verheißung, die uns angeboten wird; sagen, es ist Brot und Wein, wenn du es issest oder trinkest. Da ist die Gnade, so uns darin angeboten wird, auch hinweg geschnitten und verleugnet. Denn so lehren sie: Du thust ein gut Werk daran, wenn du allein Christum bekennest; und wenn du das Brot und Wein nur issest und trinkest im Abendmahl, so muß da keine Gnade sein. . . . Darum sagen die Schwärmer auch viel von Gott von Vergebung der Sünden und der Gnaden Gottes, auch daß Christus gestorben sei; aber wie ich Christum erlange, und wie die Gnade zu mir kommt, daß ich sie kriege, daß wir zusammenkommen, da sagen sie: Der Geist muß es allein thun. . . .