# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S178 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 178 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. monien nachfolgen und haben es nicht verstanden, daß das Neue Testament mit anderen Sachen umgehet und daß solche äußerliche Ceremonien, ob man sie zu Kinderzucht braucht, sollen ihr Maß haben.“ Obwohl nun der schwärmerische Geist die äußerlichen Ceremonien fast ganz aus dem Gottesdienst verpönt wissen will, so führt er doch gleichwohl auch in diesem Stück ins Alte Testament und wird ceremonialgesetzlich, indem er den Gebrauch der Bilder im Gottesdienst als eine dem Christen in 2 Mose 20, 4. verbotene Sache verwirft, die Sonntagsfeier als göttliches Gebot betrachtet, das Brotbrechen beim heil. Abendmahl für wesentlich hält u. dgl. m. Luther, wider die himml. Propheten: „Wohlan, wir wollen an den rechten Grund und sagen, daß uns diese Sündelehrer und Mosischen Propheten sollen unverworren lassen mit Mose, wir wollen Mose weder sehen, noch hören. Wie gefällt euch das, lieben Rottengeister? Und sagen weiter, daß alle solche Mosische Lehrer das Evangelium verleugnen, Christum vertreiben und das ganze Neue Testament aufheben. Ich rede jetzt als ein Christen und für die Christen. Denn Mose ist allein dem jüdischen Volk gegeben und geht uns Heiden und Christen nichts an. Wir haben unser Evangelium und Neue Testament: werden sie aus demselben beweisen, daß Bilder abzuthun sind, wollen wir ihnen gerne folgen. Wollen sie aber durch Mosen aus uns Juden machen, so wollen wirs nicht leiden.“ (Erl. A. 29, 150.) „Darum ist das nicht wahr, daß keine Ceremonien in den zehen Geboten sind, oder keine Judicialia, sie sind und hangen alle drinnen und gehören hinein. Und daß das Gott anzeigete, hat er selbst zwo Ceremonien mit ausgedruckten Worten hineingesetzt, nämlich die Bilder und den Sabbath, und will beweisen, daß diese zwei Stück seien Ceremonien, auch auf ihre Weise aufgehoben im Neuen Testament: daß man sehe, wie Dr. Carlstadt in seinem Buch vom Sabbath eben so klüglich handelt, als von Bildern; denn St. Paulus Coloss. 2, 16. 17. spricht frei und helle: Laßt euch Niemand ein Gewissen machen über Speise und Trank, oder eines Theils Tagen, nämlich den Feiertagen, Neumonden oder Sabbathern, welches ist der Schatten von dem, das künftig war. Hie hebt St. Paulus den Sabbath ja mit Namen auf und heißt ihn den vergangenen Schatten, weil der Körper, welcher Christus selbst ist, kommen ist. . . . Ja, wenn Carlstadt weiter vom Sabbath würde schreiben, müßte der Sonntag noch weichen und der Sabbath, das ist, der Sonnabend gefeiert werden: er würd uns wahrlich aller Dinge zu Juden machen, daß wir uns auch beschneiden müßten“ ꝛc. (Ebendas. p. 151. 152.) § 4. Hervortreten des menschlichen Thuns. So gewiß neben dem Wort und Sacrament das Beten, Loben und Danken ein wesentliches Stück der Liturgie ist, so muß doch dieses vor jenem zurücktreten, indem das, was Gott durch sein Wort an uns thut,