# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S177 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. 177 II. Die Abwege des hierarchischen und schwärmerischen Geistes. § 1. Sitz derselben. Der Abweg des hierarchischen Geistes liegt klar im Pabstthum vor Augen, der des schwärmerischen Geistes ist in der reformirten Kirche überhaupt zu suchen. § 2. Aeußere Verschiedenheit und innere Verwandtschaft. So sehr das Pabstthum und das Schwärmerthum in ihrer äußeren gegenseitigen Erscheinung sich als Extreme darstellen, so sind sie doch wegen ihrer Stellung zum Artikel der Rechtfertigung innerlich verwandt. Wie verschieden daher auch die Form ist, die sich der wesentlich Eine Geist im Cultus bei beiden geschaffen hat, so ist doch der Abweg desselben zum Theil derselbe, zum Theil ein nahe verwandter. Es soll daher der Abweg des Pabstthums und Schwärmerthums hinsichtlich der Liturgie sowohl nach seiner inneren Verwandtschaft, wie nach seiner äußeren Verschiedenheit zu charakterisiren versucht werden. Nach den oben dargelegten Grundsätzen dürfte dies etwa geschehen in Absicht a. auf das Verhältniß zum Evangelio überhaupt; b. auf den Grundcharakter des Gottesdienstes; c. auf das Prinzip der christlichen Freiheit — (und Liebe?); d. auf das geistliche Priesterthum und e. auf das Schöne und Schickliche. § 3. Ceremonialgesetzlicher Charakter. In ihrem Verhältniß zum Evangelio hat der Gottesdienst der Papisten und der Schwärmer mehr oder weniger etwas Ceremonialgesetzliches. Der Mittelpunkt des römischen Cultus ist das Meßopfer. Deshalb ahmt derselbe in allem, was damit in Verbindung steht, den levitischen Einrichtungen nach. Apol. Art. 12: „Auch so ziehen sie (die Papisten) an aus der Epistel Ebr. 5: Ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gabe und opfere für die Sünde. Da schließen sie, nachdem im Neuen Testament Bischöfe sind und Priester, so folget, daß auch ein Opfer müsse sein für die Sünde. Dieses nun möchte am meisten die Ungelehrten und Unerfahrnen bewegen, sonderlich wenn sie ansehn das herrliche Gepränge in Tempel und Kirchen, item die Kleider Aaronis. Da im Alten Testament auch viel Schmuck von Gold, Silber und Purpur gewesen, denken sie, es müsse im Neuen Testament gleich also ein Gottesdienst, solche Ceremonien und Opfer sein, da man für anderer Leute Sünde opfere, wie im Alten Testament. Denn der ganze Mißbrauch der Messen und päbstlichen Gottesdienstes ist nirgend herkommen, denn daß sie haben wollen Mosis Cere⸗