# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S176 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 176 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. erhält in Bezug auf die äußere Erscheinung und den Vortrag des Liturgen, auf die äußerlichen Geberden der Gemeinde und auf die Einrichtung der Stätte des Gottesdienstes. Da jedoch das Vorbild der reinen Lehre maßgebend ist, so waltet die Schönheit, es kann nicht anders sein, in den Schranken der keuschen Wahrheit und der edlen Einfalt, damit sie dem Wort und Sacrament diene, statt ihm hinderlich zu sein. Ps. 27, 4.: „Eins bitte ich vom HErrn. das hätte ich gern, daß ich im Hause des HErrn bleiben möge mein Lebenlang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HErrn und seinen Tempel zu besuchen.“ Phil. 4, 8.: „Weiter, lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach.“ Augsb. Conf. Art. 24: „Das ist öffentlich, daß die Meß, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größerer Andacht und Ernst gehalten wird, denn bei den Widersachern.“ Apol. Art. 12: „Die Widersacher ziehen den Daniel an, da er sagt: Es werden Greuel der Verwüstung stehen, und deuten dieses auf unsere Kirchen, derhalben, daß die Altar nicht bedeckt sind, nicht Lichter darinnen brennen u. dgl. Wiewohl es nicht wahr ist, daß wir solche äußerliche Ornament alle wegthun, dennoch, so es schon also wäre, redet Daniel nicht von solchen Dingen, die gar äußerlich sind und zur christlichen Kirche nicht gehören“ u. s. w. Ebendas.: „Und wenn man gleich von äußerlichem Wohlstehen sagen sollt, so sind unsere Kirchen besser geziert, denn des Gegentheils. Denn der rechte äußerliche Kirchenschmuck ist auch rechte Predigt, rechter Brauch der Sacramente, und daß das Volk mit Ernst dazu gewöhnet sei, und mit Fleiß und züchtig zusammenkomme, lehre und bete. Dieweil man nun durch Gottes Gnade in unsern Kirchen christlich und heilsam Ding lehret von Trost in allen Anfechtungen, bleiben die Leute gern bei guter Predigt. Denn es ist kein Ding, das die Leute mehr bei der Kirchen behält, denn die gute Predigt. Aber unsere Widersacher predigen ihre Leute aus der Kirchen, denn sie lehren nichts von den nöthigen Stücken christlicher Lehre, sagen Heiligenlegenden und andere Fabeln. Ueber das, wo unsere Widersacher ihre Kerzen, Altartücher, Bilder und dergleichen Zier für nöthige Stücke und damit Gottesdienst anrichten, sind sie des Antichrists Gesinde, davon Daniel sagt, daß sie ihren Gott ehren mit Silber, Gold und dergleichen Schmuck.“ Luther, Vermahnung zum Sacrament des Leibes und Blutes unseres HErrn 1530: „Nicht daß ich äußerlichen Schmuck ganz verwerfe, sondern, daß er nicht soll ein Gottesdienst heißen, vielweniger diesen einigen rechten Gottesdienst hindern oder verdunkeln; sondern will er nütze sein, daß er diesen Gottesdienst des Dankes fördere und dazu helfe.“