# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S172 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 172 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. auslegen oder weissagen und mit dem Sinn oder Verstand reden. Und wo dies nicht geschieht, so ist die Gemeine der Lektion nichts gebessert, wie bisher in Klöstern und Stiften geschehen, da sie nur die Wände haben angeblehet.“ (L. WW. 22, 154.) Ebendas. p. 156: „Die Summa sei die, daß es ja Alles geschehe, daß das Wort im Schwang gehe und nicht wiederum ein Lören und Tönen draus werde, wie bisher gewesen ist. Es ist alles besser nachgelassen, denn das Wort, und ist nichts besser getrieben, denn das Wort; denn daß dasselbe sollt im Schwang unter den Christen gehen, zeigt die ganze Schrift an, und Christus auch selbst sagt, Luc. 10, (39. 42.): Eins ist vonnöthen, daß Maria zu Christi Füßen sitze und höre sein Wort täglich, das ist das beßte Theil, das zu erwählen ist und nimmer weggenommen wird. Es ist ein ewig Wort, das Ander muß Alles vergehen, wie viel es auch der Martha zu schaffen gibt. Dazu helf uns Gott. Amen.“ b. Da das Wort zum Sacrament ruft und lockt, und dieses jenes besiegelt zur Stärkung des Glaubens, so folge das heil. Abendmahl, wo Communicanten vorhanden sind, der Predigt und bilde so den Schlußstein und die Vollendung des Gottesdienstes. Apostelg. 2, 42.: „Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Vgl. 5, 17. ff. 1 Cor. 11, 20. ff. zeigt, daß die Christen, so oft sie sich versammelten, des Herrn Abendmahl hielten. Augustinus: „Es gibt Leute, die täglich des Herrn Leib und Blut genießen, andere empfangen es an bestimmten Tagen, an manchen Orten vergeht kein Tag, da man das Abendmahl nicht hielte, an andern hält mans nur am Sabbath und an des Herrn Tag, wieder an andern allein am Sonntag.“ Apol. Art. 12 (vgl. mit Augsb. Conf. Art. 24): „Erstlich müssen wir aber dies hie zum Eingange sagen, daß wir die Messe nicht abthun, denn alle Sonntage und Feste werden in unseren Kirchen Messen gehalten, dabei das Sacrament gereicht wird denjenigen, die es begehren, doch also daß sie erst verhört und absolvirt werden. So werden auch christliche Ceremonien gehalten mit Lesen, mit Gesängen, Gebeten u. dgl.“ Luther, Weise christlich Meß zu halten: „Wir halten von der deutschen Predigt, daß es nicht daran gelegen ist, sie werde nach dem Patrem oder vor dem Introit gehalten, wiewohl Ursach könnte angezeigt werden, warum sie besser vor der Messe geschehe, weil das Evangelium eine rufende Stimme ist in der Wüste, welche der Ungläubigen Herzen zum Glauben laden soll, die Messe aber soll sein der Brauch oder Nutz des Evangelii und Austheilung des Sacraments, so allein den Gläubigen gebührt und sollte billig an einem andern Ort, außerhalb der Ungläubigen gehalten werden. Doch weil wir frei sind, soll uns diese Weise nicht binden,