# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S171 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. 171 Augsb. Conf. Beschluß: „Wir haben allein die Stücke erzählet, die wir für nöthig anzuziehen und zu vermelden geachtet haben, damit man daraus desto baß zu vernehmen habe, daß bei uns nichts weder mit Lehre noch mit Ceremonien angenommen ist, das entweder der heil. Schrift oder gemeiner christlicher Kirchen zu entgegen wäre.“ Luther, Weise christl. Meß zu halten (Formula Missae): „Wir bekennen, daß wir nie gedacht, allen äußerlichen Gottesdienst abzuthun, sondern den, so bisher im Brauch ist, aber mit vielen Zusätzen verderbt, wieder zu fegen und anzuzeigen, welches der rechte christliche Brauch ist.“ Derselbe, Ordnung des Gottesdienstes in der Gemeinde 1528: „Der Gottesdienst, der jetzt allenthalben gehet, hat eine christliche feine Abkunft, gleichwie auch das Predigtamt. Aber gleichwie das Predigtamt verderbt ist durch die geistlichen Tyrannen, also ist auch der Gottesdienst verderbt durch die Heuchler. Wie wir nun das Predigtamt nicht abthun, sondern wieder in seinen rechten Stand begehren zu bringen, so ist auch nicht unsere Meinung, den Gottesdienst aufzuheben, sondern wieder in rechten Schwang zu bringen.“ (Erl. A. 22, 153.) §. 8. Die Stellung des Worts und Sacraments. Wort und Sacrament haben vor allem die ihnen gebührende Stelle im Gottesdienste einzunehmen. a. Das Wort, aus dem der Glaube kommt und seine tägliche Nahrung schöpft, schalle und klinge allewege in der Liturgie und zwar so, daß es nicht allein gelesen, sondern auch verkündigt und ausgelegt werde. Luth. Ordnung des Gottesdienstes in der Gem. 1523: „Nun diese Mißbräuch (siehe oben) abzuthun, ist aufs Erste zu wissen, daß die christliche Gemeine nimmer soll zusammenkommen, es werde denn daselbst Gottes Wort gepredigt und gebetet, es sei auch aufs Kürzeste, wie Ps. 102 (23): Wenn die Könige und das Volk zusammenkommen, Gott zu dienen, sollen sie Gottes Namen und Lob verkündigen. Und Paulus 1 Cor. 14 (31) spricht: daß in der Gemeinde soll geweissagt, gelehrt und ermahnt werden. Darum wo nicht Gottes Wort gepredigt wird, ists besser, daß man weder singe, noch lese, noch zusammenkomme. Also ists aber zugegangen unter den Christen zur Zeit der Apostel und sollt auch noch so zugehen, daß man täglich des Morgens eine Stunde, frühe um vier oder fünfe, zusammenkäme und daselbst lesen ließe, es seien Schüler oder Priester, oder wer es sei, gleichwie man jetzt noch die Lektion in der Metten liest. Das sollen thun einer oder zween, oder einer um den andern; wie das am beßten gefället. Darnach soll der Prediger, oder welchem es befohlen wird, herfürtreten und dieselbe Lektion ein Stück auslegen, daß es die Andern alle verstehen, lernen und ermahnt werden. Das erste Werk heißt Paulus 1 Cor. 14 (26) mit Zungen reden; das ander