# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S164 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 164 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. mel und Erden füllen mag. Wenn aber das Herz voll ist, muß auch alsdenn beide, Augen und Ohren, Mund und Nasen, Leib und Seele und alle Glieder voll sein. Denn wie sich das Herz hält, darnach halten und stellen sich alle Glieder und ist alles und alles eitel Zungen, voll Lobens und Dankens gegen Gott . . . . . Siehe, das ist wohl ein ander Klang und Gesang, weder aller Gesang und Klang auf Erden; und lautet doch gering von außen zu den Ohren hinein: aber von innen aus dem Herzen heraus lautet er also stark, daß dich alle Creatur dünken dasselbige klingen und aller Menschen Gesang eitel stummen und taub sein. Wenn du nun kein ander Ursache, noch Nutz hättest in diesem Sacrament, denn allein solch Gedächtniß, solltest du nicht an demselbigen Treibens und Reizens genug finden? Sollte nicht dein Herz also zu dir sagen: wohlan, wenn ich sonst gleich keinen Nutz davon hätte, so will ich doch meinem Gott zu Lob und Ehren hingehen, will ihm helfen, seine göttliche Ehre zu erhalten und auch mit daran sein, daß er ein rechter Gott gemacht werde. Kann oder muß ich nicht predigen, so will ich doch zuhören; denn wer zuhöret, der hilft auch danken und Gott ehren, sintemal, wo kein Zuhörer wäre, da könnt auch kein Prediger sein. Kann ich nicht zuhören, so will ich dennoch unter den Zuhörern sein, und will zum wenigsten mit der That, mit dem Leibe und mit meinen Gliedern da sein, da man Gott lobet und ehret. Und wenn ich gleich nicht mehr thun könnte, so will ich das Sacrament eben darum empfahen, daß ich mit solchem Empfahen bekennen und zeugen mag, daß ich auch der einer sei, der Gott loben und danken wolle, und will also meinem Gott zu Ehren das Sacrament empfahen. Und solch Empfahen soll mein Gedächtniß sein, damit ich an seine Gnade denke und dafür danke, in Christo mir erzeigt. Denn es ist nicht ein geringes Thun, daß jemand gern unter dem Haufen ist, da man Gott lobet und dankt; welches die alten Väter mit tiefem Seufzen gewünscht haben, wie der 42. Psalm (V. 5) sagt: „Ich wollte gerne hinüber fahren mit den Haufen und mit ihnen zum Hause Gottes gehen, im Ton des Ruhms und Danks unter dem Haufen, die da feiern.“ Und im schönen Confitemini (Ps. 118, 15.): „Es ist eine Stimme der Freuden und des Heils in den Hütten der Gerechten“ und dergl. viel mehr. Denn wer unter dem Haufen ist, (so er nicht falsch ist) der ist theilhaftig aller Ehren und Danks, so Gott daselbst geschieht. Darum mußt du ja ein verzweifelter Schelm sein, weil du Gotte solchen Dienst und solche große Ehre thun kannst und dich weder Kost noch Mühe gestehet, sondern mit willigem Zuhören oder mit leiblichem Empfahen und mit dankbarem Herzen alles kannst ausrichten, und willst doch deinem Gott dasselbige nicht erzeigen: so du doch solltest billig gern an der Welt Ende laufen, wo du wüßtest einen solchen Haufen zu finden, da man Gott lobet und ehret — —