# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1862_S162 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 162 Referat über die rechte Mitte der lutherischen Liturgie. der Ausdruck, die nothwendige Offenbarung, Uebung und Bethätigung des inneren Lebens der Gemeinde der Heiligen, die da zwar unsichtbar ist nach ihrem Wesen, deren Dasein aber am Wort und Sacrament dadurch es geschaffen ist, erkennbar wird. Die innerliche Gemeinschaft der Heiligen besteht in dem Einen lebendigen Glauben aller einzelnen Glieder, die äußerliche Gemeinschaft ist die Versammlung derselben zum gemeinsamen Gebrauch des Wortes und Sacramentes, wie zur Anbetung und Anrufung, zum Dank, Lob und Preis Gottes. Ephes. 4, 3.: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens.“ Act. 2, 42.: „Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre, und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Hebr. 10, 25.: „Lasset uns nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern untereinander ermahnen und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet.“ Anmerkung. Wenn Dr. Luther das heil. Abendmahl „die einige Ceremonie oder Uebung, die Christus eingesetzt hat,“ nennt (Sermon von guten Werken, Erl. Ausg. 20, 232); so widerspricht das dem Obigen keineswegs, da über Form, Zeit, Ort und Administration von dem HErrn keinerlei nähere Bestimmung gemacht worden ist. Da aber im gemeinsamen Gebrauch des Worts und der Sacramente, nebst der Uebung im Gebet und Lob der christliche Gottesdienst besteht, so charakterisirt sich derselbe als die öffentliche und gemeinsame Bethätigung der göttlich darreichenden und segnenden und der menschlich empfangenden und erwiedernden Liebe. Gott dient dem Menschen, indem er sich immer wieder mit seinem Heile ihm dargibt und segnend zu ihm kommt im Wort und Sacrament und der Mensch dient ihm, indem er ihn durch gläubige Annahme des dargereichten Heiles im Wort und Sacrament ehrt und in Gebet, Dank und Lob und im Opfer seiner selbst und der ihm verliehenen Gaben die göttliche Liebe erwiedert. 2 Mos. 20, 24.: „An welchem Ort ich meines Namens Gedächtniß stiften werde, da will ich zu dir kommen und dich segnen.“ Ps. 100.: „Jauchzet dem HErrn alle Welt. Dienet dem HErrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht u. s. w.“ Matth. 18, 20.: „Wo zween oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Röm. 12, 1 ff.: „Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer u. s. w.“ Ebr. 13, 15. 16.: „So lasset uns nun opfern durch ihn das Lobopfer Gott allezeit, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Wohlzuthun und mitzutheilen vergesset nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl. Vergl. 1 Cor. 16, 2. Luther: „Christo dienen und Gott dienen, heißt vornehmlich bei St. Paulo, ein Amt führen, das Christus ihm befohlen hat, nämlich das Pre⸗