# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1862_S158 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 158 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Südaustralien. Folgendes lesen wir im Kirchlichen Zeitblatt von Ehlers vom 1. März: Vielen Lesern ist wol bekannt, daß die Lutheraner in Süd⸗Australien (Hauptstadt Adelaide) leider in zwei größere Parthei'n zertrennt waren, von denen die eine es mit dem nun heimgegangenen Pastor Kavel hielt, während die andre sich um P. Fritzsche schaarte. Pastor Kavel hatte vor 15 Jahren gegen einige Lehr⸗Punkte der lutherischen Bekenntnißschriften Protest eingelegt; dagegen hielt sich P. Fritzsche und die ihm zugethan waren streng an das Bekenntniß der Kirche. — Der Australische Christenbote bringt nun in Nr. 11 v. v. J. die erfreuliche Nachricht, daß eine Heilung des Jahre⸗lang bestandenen Risses zu hoffen steht. Es ist nämlich vom 20.—22. Oktober v. J. eine Synode zu Lights⸗Paß gehalten worden, auf welcher die Gemeinen, welche bisher dem Pastor Kavel folgten, die „Protestationen gegen etliche Stellen in den symbolischen Büchern der evang.⸗lutherischen Kirche“ zurückgenommen haben. Eine Schrift, worin diese Zurücknahme veröffentlicht wird, ist bereits gedruckt. Darnach wurde am Nachmittage des 21. besprochen: „die Stellung unserer Gemeinen zu dem Synodal⸗Verbande von Lobethal, Hahndorf, Bethanien u. s. w.“ und im Bericht heißt es: „Da nach Zurücknahme der Protestationen nichts mehr vorhanden ist, was die Gemeinden von einander trennt, so wurde laut und freudig die Hoffnung ausgesprochen, daß die Zeit der Wiedervereinigung nicht fern sein werde. Nur muß die Lehre von den letzten Dingen mehr freigegeben (o weh!) und eine herzliche und aufrichtige innere und äußere Annäherung der Pastoren von diesen selber gewünscht und angebahnt werden.“ — GOtt wolle in Gnaden weiter helfen und in Liebe der Wahrheit vereinigen, was durch Verwerfung der lauteren Lehre zertrennt war. Pastor Hofmann in Gedern im Hessischen schreibt an Ehlers: Mitte Januar's traf das Urtheil des Großh. Hofgerichts in Gießen ein, daß es bei der Strafe von 60 Gulden bleiben solle. Mit Prozeß⸗, Advokaten- und Reisekosten mögen es 100 Gulden sein. So steht mir also demnächst Auspfändung und, da mein Eigenthum bei einer Versteigerung schwerlich 10 Gulden einbringt, Gefängniß bevor. Aber nicht genug! Kurz darauf kam eine abermalige Verurtheilung vom Gr. Landgericht zu Ortenberg zu neuen 80 Gulden. Und das scheint so fortgehen zu müssen, da die hiesige Ortsbehörde beständig mit Anzeigen fortfährt. Wenn nicht der HErr sich da hineinlegt, so zeigt sich mir für den größten Theil dieses Jahres eine Gefängnißzelle als Wohnung. Betet doch für uns, daß der HErr uns stärke. Wir wissen ja freilich, daß wir hernach dem HErrn auch dafür werden zu danken haben. Haben wir Ihm doch jetzt schon für die trüben Aussichten zu danken, wodurch das oben hinauswollende Herz fein unten gehalten und gelehrt wird, auf Ihn allein zu schauen, zu bauen und zu trauen. Er wird ja thun, was das Beste ist für Seines Reiches Ehre — und auch für uns. Folgendes ist die Abschrift einer Anzeige gegen Hofmann: Gedern am 3. Okt. 1861. P. P. Dem gewesenen Hofkaplaneiverwalter Hofmann ist nach einer Verfügung des Gr. Ministeriums des Innern alle amtliche Handlung als Geistlicher untersagt worden. Da er auf sein Verbot keine Folge leistet, so ist er auch bestraft worden. Trotz seiner angesetzten Strafe hat er wieder am Sonntag — als den 29. Septbr. seiner Gesellschaft den Morgen- und Nachmittags⸗Gottesdienst gehalten, und ein Mitglied dieser Gesellschaft, Namens Christine Strupp, äußerte, er werde es auch nicht unterlassen, und wenn sie wegen der angesetzten Strafe um ihr ganzes Vermögen kommen. Da dieser Hofmann sich dem Gesetze nicht unterwirft, so muß ich hochverehrliches Kreisamt bitten, daß dieser Hofmann aus Gedern ausgewiesen werde. Oberheim. Pastor Löfflad in Lobsens hat, weil er dem Oberkirchencollegium in Breslau nicht ferner sich untergeben kann und die Ueberzeugung hat, daß seine Gemeinde dem Kampfe mit dem gewaltsam einschreitenden Oberkirchencollegium nicht gewachsen sei, sein Amt niedergelegt. Pastor Diedrich's Enthüllung. Unter diesem Titel schreibt Dr. Münkel in seinem Blatt vom 14. Febr. Folgendes: Man wird sich aus einem frühern Artikel erinnern, daß Könnemann eine neue Lehre von der Kirche vorträgt. Die Kirche Christi, lehrt er, ist allein die lutherische Kirche, insoweit diese das Wort Gottes lauter und rein lehrt.