# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1862_S147 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vulkanismus. 147 Chemie nicht gründlich vertraut sind, in nicht geringe Verlegenheit, und nachdem ein Versuch, Fuchs auf seinem eignen Gebiete zu widerlegen, vollständig gescheitert war, halfen sie sich damit, den unbequemen Gegner zu ignoriren oder ihm haltlose Scheingründe entgegenzustellen. Allein der Widerspruch wurde nicht mehr zum Schweigen gebracht. Schafhäutl in einer kleineren Abhandlung und späterhin G. Bischof in seinem großen Lehrbuche der chemischen und physikalischen Geologie bestätigten nicht blos die Argumente von Fuchs, sondern führten sie auch noch weiter aus. Nun gab aber auch vor zwei Jahren einer unserer berühmtesten Chemiker, Heinrich Rose, die gleiche Erklärung wie Fuchs ab, daß vom chemischen Standpunkte aus die Annahme einer feurigen Entstehung des Quarzes und Granites nicht anerkannt werden könne, und bald nachher sprach ein angesehener französischer Chemiker, Delesse, das gleiche Resultat aus. In solcher Weise haben nunmehr die Chemiker, die doch bei der Frage nach der Entstehung der Gesteine das erste Wort zu reden haben, dem ganzen stolzen Gebäude des Vulkanismus das Fundament unter den Füßen weggezogen und zwar nicht durch Hypothesen, sondern durch den Hinweis auf die chemischen Thatsachen, so daß die Geologen dermalen verblüfft vor dem Trümmerhaufen stehen. Wir wollen sie vor demselben stehen lassen, aber doch bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, wie es mit der Evidenz geologischer Theorien bestellt ist, indem nicht einmal die hochbelobte „allgemeine Uebereinstimmung der Forscher“ gegen die gröbsten Irrthümer schützen konnte. Die Theologen mögen aber diesen Fall wohl beachten, um sich durch die Hypothesen der Naturforscher im Festhalten an der biblischen Autorität nicht beirren zu lassen. Am Schluß des ganzen Aufsatzes schreibt Wagner: Als Schlußresultat unserer Beleuchtung der Versuche, vom naturwissenschaftlichen Standpunkte aus die Autorität der heiligen Schrift und insbesondere des mosaischen Schöpfungsberichts zu bestreiten, hat sich demnach von Neuem herausgestellt, daß alle Abmühungen der Gegner von der richtig verstandenen Naturforschung selbst als irrig und haltlos abgewiesen werden. Die mit großer Zuversicht von ihnen ausgesprochene Behauptung, daß die Naturwissenschaft keinen Schritt machen könne, ohne vom Inhalt der mosaischen Urkunde abzuweichen, ist völlig unwahr, nur aus irriger oder mangelhafter Kenntniß des Naturgebietes, zum Theil selbst aus fanatischem Hasse gegen die Offenbarung hervorgegangen, und von einer offenbarungsfeindlichen Zeitrichtung, auch wenn ihr auf jenem Gebiete gar kein eignes Urtheil zusteht, im blinden Köhlerglauben freudig aufgenommen worden. Bei. solcher Sachlage hat daher die christliche Weltanschauung von Seiten der Naturforschung nichts zu besorgen. Im Gegentheil, wo letztere, ohne vorgefaßte Meinung, aus reiner Wahrheitsliebe und mit dem ganzen Thatbestande vertraut an den biblischen Schöpfungsbericht hinantritt, findet sie ihn allenthalben in wohlbegründeter Uebereinstimmung mit ihren eignen Erfahrungen; ja die Fortschritte, welche die Naturwissenschaft in neuerer Zeit gemacht,