# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1862_S145 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Johann Georg Hamann's Belehrung. 145 und zur Verherrlichung Gottes gereichen. Wer die Reisekarte der Israeliten mit meinem Lebenslauf vergleichen will, wird sehen, wie genau sie miteinander übereinkommen. Ich glaube, daß das Ende meiner Wallfahrt durch die Gnade Gottes in das Land der Verheißung mich führen wird — — gesetzt, daß ich hier nicht Zeit und Gelegenheit haben sollte, die Unordnungen und den Schaden, den ich andern gethan, zu ersetzen. Meine Freunde würden betrübter sein müssen, wenn ich gestorben wäre am Gift des Grams und der Verzweifelung. Meine Gesundheit und mein Leben, ich wiederhole es, ist ein Wunder und ein Zeichen zugleich, daß Gott nicht an meiner Besserung, noch an meiner künftigen Brauchbarkeit zu seinem Dienst verzweifelt hat. Mein Sohn! gieb mir dein Herz! — — Da ist es, mein Gott! Du hast es verlangt, so blind, hart, felsig, verkehrt, verstockt es war. Reinige es, schaffe es neu, und laß es die Werkstatt deines guten Geistes seyn. Es hat mich so oft getäuscht, als es in meiner Hand war, daß ich selbiges nicht mehr für meines erkennen will. Es ist ein Leviathan, den du allein zähmen kannst — — durch deine Einwohnung wird es Ruhe, Trost und Seligkeit genießen. Ich schließe mit einem Beweise meiner eignen Erfahrung, in einem herzlichen und aufrichtigen Dank Gottes für sein selig machendes Wort, das ich geprüft gefunden, als das einzige Licht, nicht nur zu Gott zu kommen, sondern auch uns selbst zu kennen: als das theuerste Geschenk der göttlichen Gnade, das die ganze Natur und alle ihre Schätze so weit übertrifft, als unser unsterblicher Geist den Leim des Fleisches und Blutes; als die erstaunlichste und verehrungswürdigste Offenbarung der tiefsten, erhabensten, wunderbarsten Geheimnisse der Gottheit, im Himmel, auf der Erde und in der Hölle, von Gottes Natur, Eigenschaften, großem überschwenglichem Willen, hauptsächlich gegen uns elende Menschen, voll der wichtigsten Entdeckungen durch den Lauf aller Zeiten bis in die Ewigkeit; als das einzige Brodt und Manna unsrer Seelen, dessen ein Christ weniger entbehren kann, als der irdische Mensch seiner täglichen Nothdurft und Unterhalts — — ja ich bekenne, daß dieses Wort Gottes eben so große Wunder an der Seele eines frommen Christen, er mag einfältig oder gelehrt seyn, thut, als diejenigen, die in demselben erzählt werden; daß also der Verstand dieses Buchs und der Glaube an den Inhalt desselben durch nichts anders zu erreichen ist, als durch denselben Geist, der die Verfasser desselben getrieben; daß seine unaussprechlichen Seufzer, die er in unserm Herzen schafft, mit den unausdrücklichen Bildern Einer Natur sind, die in der heiligen Schrift mit einem größern Reichthum als aller Saamen der ganzen Natur und ihrer Reiche, aufgeschüttet sind. Das zweyte ist das Geständniß meines Herzens und meiner besten Vernunft, daß es ohne Glauben an Jesum Christum unmöglich ist, Gott zu erkennen, was für ein liebreiches, unaussprechlich gütiges und wohlthätiges Wesen er ist, dessen Weisheit, Allmacht, und alle übrige Eigenschaften nur gleichsam Werkzeuge seiner Menschenliebe zu seyn scheinen; daß dieser Vorzug der Menschen, der Insecten der Schöpfung, unter die größten Tiefen der göttlichen Offenbarung gehört; daß Jesus Christus sich nicht nur begnügt 10