# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1862_S144 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 144 Johann Georg Hamann's Bekehrung. als des einzigen Weges, den Verstand dieser Schrift zu empfahen, und brachte meine Arbeit mit göttlicher Hülfe, mit außerordentlich reichem Trost und Er⸗ quickung ununterbrochen den 21. April zu Ende. Ich fühle Gottlob! jetzt mein Herz ruhiger, als ich es jemals in mei⸗ nem Leben gehabt. In den Augenblicken, worin die Schwermuth hat auf⸗ steigen wollen, bin ich mit einem Trost überschwemmt worden, dessen Quelle ich mir selbst nicht zuschreiben kann, und den kein Mensch im Stande ist, so überschwenglich seinem Nächsten einzuflößen. Ich bin erschrocken über den Ueberfluß desselben. Er verschlang alle Furcht, alle Traurigkeit, alles Miß⸗ trauen, daß ich keine Spur davon in meinem Gemüth mehr finden konnte. Ich bitte Gott, er wolle das Werk segnen, das er in mir angefangen, meinen schwachen Glauben durch sein Wort stärken und den Geist, den gnädigen, den überschwänglichen Geist desselben, den Geist des Friedens, der über alle Vernunft ist, und nicht so ein Friede als der, den die Welt giebt, den Geist der Liebe, ohne den wir nichts als Feinde Gottes; und der diesen Wohl⸗ thäter haßt, wie kann der zeitlich lieben? den Geist der Hoffnung, die nicht zu Schande werden läßt, wie das Schattenspiel fleischlicher Einbildungen. Wenn ich das große Gute, die unschätzbare Perle, den Preis, zu dem mich Gott hat geboren werden lassen, von ihm erhalten; wie sollte ich an sei⸗ ner Regierung meines ganzen Lebens jetzt zweifeln? Das Ende desselben ist erreicht. Ich überlasse mich seinem weisen und allein guten Willen. Ich kenne die Blindheit und das Verderben des meinigen jetzt zu sehr, als daß ich denselben nicht verleugnen sollte. Meine Sünden sind Schulden von unendlich mehr Wichtigkeit und Folgen, als meine zeitlichen. Der Gewinn der ganzen Welt würde die ersten nicht bezahlen können; und wenn Abraham von Ephron, einem Cananiter, wegen 400 Seckel Silbers hören mußte: was ist dieß zwischen mir und dir? sollte Gott nicht großmüthiger einen Christen denken lassen als einen Heiden? wenn der erste mit ihm wegen der Hauptsache richtig geworden, wie sollte es Gott auf eine Kleinigkeit ankommen, sie obenein zum Kauf zu geben? die 300 Pf. sind seine Schulden; er wird, wie Paulus gegen Philemons Knecht mit mir verfahren, und selbige nach seiner Weisheit abzurechnen wissen. Ich habe diese Gedanken über meinen Lebenslauf für mich selbst, oder für meinen lieben Vater und Bruder aufgesetzt, und wünsche daher, daß selbige den letztern oder meinen nächsten Freunden zur Durchlesung dienen mögen. Ich habe in denselben mit Gott und mit mir selbst geredet; den ersten in An⸗ sehung meines Lebens gerechtfertigt, und mich angeklagt, mich selbst darin an⸗ gegeben und entdeckt — — alles zum Preise des allein guten Gottes, der mir vergeben hat in dem Blut seines eingebornen Sohnes, und in dem Zeugniß, das der Geist Gottes in seinem Wort und in meinem Herzen bestätigt. Gott hat mich aus einem Gefäß in das andere geschüttet, damit ich nicht zu viel Hefen ansetzen, und ohne Rettung versauern und stinkend werden sollte. Alles muß uns zum Besten dienen; da der Tod der Sünde zu unserm Leben gereicht, so müssen alle Krankheiten derselben zur Erfahrung, zum Beyspiel,