# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1862_S121 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neue Litteratur. 121 noch auch in dem Worte der heiligen Schrift ein festes Wort Gottes festzu⸗ halten vermocht habe.“ Selbst logische Consequenz spricht Dieckhoff dem Mann, welchen einst Dr. Stier den schärfsten Denker unter den Alt⸗ lutheranern genannt hat, gänzlich ab. Kahnis hatte den Satz hingestellt: „Ohne Philosophie keine Theologie.“ Dazu macht Dieckhoff die beißende Bemerkung: „Nun ja, die Philosophie ist nothwendig für die Theologie, wäre es auch nur aus dem Grunde, damit nicht ferner im Gebiete der theologisch⸗wissenschaftlichen Litteratur ein so undisciplinirtes Denken, wie das in der Dogmatik des Dr. Kahnis, möglich sei.“ Auch von Dr. Hengstenberg ist Kahnis' Dogmatik einer gebührend scharfen Kritik unterworfen worden. Kahnis hat, wie wir aus einem Privatbrief ersehen, sogleich eine Vertheidi⸗ gungsschrift geschrieben, in welcher er sich auf die „Grundprincipien des Pro⸗ testantismus“ als auf seine letzte Festung zurückzieht, eine Manier, die be⸗ kanntlich von allen beliebt wird, welche die Lehre der Kirche verbessern, aber den Charakter, treue Söhne derselben zu sein, nicht aufgeben wollen. Kein Wunder daher, wenn Blätter wie der „Lutheran and Missionary“ (s. Nro. vom 9. Jan.) das Kahnis'sche Werk mit hohen Freuden anzeigten, als ein mächtiges Zeugniß gegen alle „exclusiven“ Lutheraner. Aber freilich traurig ist es, wenn lutherisch seinwollende Blätter den Abfall eines bisher für lutherisch geltenden gelehrten Theologen sogleich dazu ausbeuten, diejeni⸗ gen als „Parteileute“ zu signalisiren, welche auf Reinheit der Lehre dringen, während selbst mitten in der unirten Kirche erscheinende Blätter, wie Heng⸗ stenberg's Ev. Kirchenzeitung, sich gedrungen fühlen, gegen jenen Abfall von der lutherischen Wahrheit laut zu zeugen. —— (Eingesandt.) Geehrter Herr Redakteur! In Anbetracht, daß in der Nummer vom 11. Januar der „Luth. Zeit⸗ schrift“ von S. K. Brobst die Aussprache eines Theologen in Deutschland über unsere Zeitschriften abgedruckt ist, worin denselben namentlich der Vor⸗ wurf gemacht wird, daß sie zu viel Citate aus den Vätern geben, deshalb beschlossen: *) 1. der Redaktion unserer Blätter unsern herzlichsten Dank dafür auszu⸗ sprechen, daß sie sich überwinden konnte, den reichen Schatz ihrer eigenen Erkenntniß nicht immer mit eigenen Worten, sondern häufig mit den Worten unserer Väter auszudrücken, auch auf die Gefahr hin, gerade solche Vorwürfe zu bekommen, wie sie ihr in dem oben genannten Blatte gemacht werden. *) Es soll damit durchaus nicht angedeutet werden, daß nicht unsere Brüder in der ganzen Missouri⸗Synode derselben Ueberzeugung sind, welche wir hier aussprechen. Daß die unterzeichnete Conferenz gerade diese Beschlüsse gefaßt hat, geschah rein zufällig, weil sie eben gerade zu einer Specialconferenz versammelt war.