# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1862_S110 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 110 Ueber die sacramentale Auffassung der Confirmation. Widerstreben des Knechtes tilgt in dem willigen Gehorsam gegen den, der Herr der Herren und der Sclaven ist.“ Wir haben wohl Grund zu warten und zu hoffen, daß das Evangelium, wenn auch langsam, sein Werk vollbringen wird, wenn es nur treulich und eifrig gepredigt und nicht, zur schwersten Verantwortung vor Gott für die Agitatoren, durch einen falschen Beisatz, einen schlechten Sauerteig von Drängen und Stürmen unwirksam gemacht wird, für die armen Sclaven und für ihre Herren. Es hat grade auf diesem Gebiete Wunder gewirkt und sich als eine Kraft aus der Höhe ausgewiesen. Ueberall noch, wohin das Christenthum gedrungen ist, hat die Sclaverei sich nicht behaupten können, ist sie in der Sache und nach und nach auch in der Form, in demselben Maße, als sich die Sclaven der Freiheit fähig und würdig erwiesen, aufgehoben worden. Die Brüder aus Nordamerika — lesen wir in einem Berichte über die Genfer Versammlung des Evangelischen Bundes — waren tief gebeugt durch das schwere Unglück, das ihr Vaterland betroffen, und tiefer noch durch das lebendige und zweifellose Bewußtsein, daß dieses Unglück ein nur zu sehr verschuldetes und nichts Anderes als ein Gericht Gottes über ihres Volkes Hochmuth, Goldgier und Materialismus sei. Solche Betrachtungsweise, welche zur Feier eines Buß⸗ und Bettages in Nordamerika am 26. September v. J. geführt hat, ist gewiß eine sehr erfreuliche, eine Anreizung für uns zu gleicher Demüthigung. Wir sollen dabei des ernsten Wortes in Luc. 18, 3. gedenken. Aber neben den entfernteren Ursachen hätte man der nächsten nicht vergessen sollen. Es scheint aber, daß man sich das „ernstliche Dringen auf die Freilassung der Reger in den Sclavenstaaten“ nur als ein Verdienst angerechnet und gar keine Ahndung davon gehabt hat, daß auch hier eine Verschuldung liegen könne. C. (Eingesandt von Prof. Crämer.) Ueber die sacramentale Auffassung der Confirmation. Unter diesem Titel finden wir im 4. Heft d. v. J. der Erlanger „Zeitschrift für Protestantismus und Kirche“ einen Aufsatz, gerichtet wider Vilmar's „pastoral⸗theologische Blätter,“ die den sacramentalen Charakter der Confirmation vertreten. Wir sehen daraus, daß Vilmar und die Seinen auf dem betretenen Weg nach Rom hin immer weiter schreiten und zwar leider in der perfiden Weise, die stets vorgibt, nur für die Ehre der lutherischen Kirche zu kämpfen, und allein dahin zu arbeiten, daß doch das glorreiche — aber freilich denn doch vielfach mangelhafte — Werk der Reformation gar vervollständigt werde, während gerade die lutherische Wahrheit vielfach verläugnet und in ihren reinen Strom römischer Unrath, den sie längst ausgeschieden hat, wieder hereingeführt wird. Wir freuen uns, daß die Erlanger Zeitschrift dagegen die Stimme des Zeugnisses erhebt, und können nicht umhin, den Lesern von „Lehre und Wehre“ daraus einiges mitzutheilen, auf daß