# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1862_S94 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 94 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Beziehung mit allem Geschaffenen aufgeführt.. Weil diese falsche gottentfremdete Ent⸗ wickelung bei dem Erscheinen des Gottmenschen sich vorfand, so mußte Christi Thun als das Thun des absoluten Geistesmenschen schlechthin wunderbar erscheinen. Sein Eintritt in die Welt stellt sich dar als der Eintritt eines unmittelbaren, absolut neuen Princips, welches dieser Weltlauf, nach einem unermeßlichen Durchbruch durch die alte Weltgestalt, eine neue höhere gottmenschliche Lebensgestalt mittheilt. — Es handelte sich bei dem Gottmenschen nicht um eine ruhige und ungestörte harmonische Entwickelung, wie bei dem ersten Menschen, sondern um ein Durchbrechen und Ueberwinden aller Hindernisse, die in der Wiedererlan⸗ gung der verlorenen Herrschaft des Menschen über die Natur sich in den Weg stellen mögen.“ Und so geht es fort. Mit großem Selbstgefühl bezieht sich der Redacteur auf diese Perle in seinem Botschafter und ermahnt seine Leser, „sich die hier und da vorkommen⸗ den schweren und dem gemeinen Leser unverständlichen Wörter (!) nicht erschrecken zu lassen. Das Ganze,“ fährt er fort, „gefällt uns und bekundet, daß der Bruder seinen Gegenstand begriffen hat.“ Ist schon in den Schriften der neueren Theologen eine Sprache und An⸗ schauung, wie sie jener Aufsatz enthält, widerlich, so ist dies doppelt widerlich in einem Sek⸗ tenblatt, dessen Contribuenten kaum orthographice schreiben, geschweige einen Gedanken ge⸗ mein logisch entwickeln können. Da guckt nichts als lächerlicher Hochmuth heraus, der nur zu deutlich zeigt, welches die Zukunft der Sektentheologie sein werde. Wie sich hier die deutsche Sprache verliert, darüber theilt der Redac⸗ teur des fröhlichen Botschafters, Organs der „Verein. Brüder in Christo,“ in der Nummer vom 30. Jan. die Erfahrungen mit, die er inmitten seiner Gemeinschaft gemacht hat. Die Ursache ist nicht sowohl so bald eintretender Mangel an Kenntniß der deutschen Sprache, als vielmehr hochmüthige Scham, sich derselben zu bedienen, oft gerade von Seiten solcher, die selbst ein schauerliches Englisch sprechen. Genannter Redacteur schreibt unter anderm: „Daß bei Einigen von uns Deutschen zu viel von einer Geneigtheit ist im Englischen zu Plät⸗ schern, kann man aber nicht läugnen, und in dieser Lage sind wir auf beiden Seiten hinkend und kommen nur halb so stark vorwärts, als wenn wir nur Ein Ziel im Augenmerk hätten. Dieses war die Ursache, warum unsere deutschen Prediger, die nach dem Westen kamen, hier gänzlich Englisch wurden, über die deutschen Einwohner dahin stolperten und immer nur Englisch predigen wollten. So wurde uns von einem alten deutschen Bruder erzählt, von dem verlangt wurde, er sollte eine Bestellung in einer deutschen Nachbarschaft machen, und in seiner Muttersprache predigen, der sich aber entschuldigte mit den Worten: “No sar, I isch afraat it will sphile my anglisch.” Folglich, damit sein Kauderwelsch⸗Englisch nicht Schaden leiden möchte, mußten die lieben deutschen Leute sich begnügen lassen.“ Die Synode von Canada. In dem November⸗Heft dieser Zeitschrift ist be⸗ richtet worden, daß diese Synode nicht sämmtliche Symbole unserer Kirche anerkenne und daß sie sich mit der Generalsynode vereinigt habe. Beides ist irrig. Mit Ver⸗ gnügen haben wir daher beide Angaben bereits im „Lutheraner“ berichtigt. Der gegen⸗ wärtige Vorsitzer genannter Synode, Hr. Pastor C. F. W. Rechenberg in Toronto, C. W., hat uns in einem Briefe vom 17. Jan. gebeten, diese Berichtigung auch in „Lehre u. Wehre“ zu geben. Wir willfahren diesem gerechten Wunsche natürlich ebenso von Herzen gern. Wir sind Herrn Pastor Rechenberg außerdem noch dafür zu Dank verbunden, daß er uns selbst Aufschluß darüber gibt, wie unser irriger Bericht, namentlich was den ersten Punkt betrifft, in unsere Zeitschrift gekommen ist. Die Synode hatte nehmlich geschrieben, sie be⸗ kenne sich „namentlich“ zur unveränd. A. C. und zu Luther's kleinem Katechismus; dieses „namentlich“ hatte aber der Missionary mit “namely”, anstatt mit “especially”, übersetzt, wodurch der Sinn des Synodalbeschlusses völlig so alterirt wurde, wie wir ihn mit⸗ getheilt haben. Unser Bericht war aber dem Missionary entnommen. Der Missio⸗ nary trägt daher auch allein die Schuld. Zwar schreibt uns P. Rechenberg, daß die betreffenden Beschlüsse in anderen Zeitungen richtig abgedruckt gewesen seien. Hoffentlich wird uns aber niemand zumuthen, daß wir, wenn wir Synodalbeschlüsse in Einer Zeitschrift gelesen haben, sie so oft wiederlesen sollten, so oft sie in anderen Zeitschriften wieder abgedruckt sind. Daß Redacteure allerlei Zeitungen lesen müssen, ist, meinen wir, Kreuz für sie genug, daß man sie billig nicht noch dazu verurtheilen kann, das in den verschiedenen Zei⸗ tungen Wiederkehrende immer wieder zu lesen. Und zwar dies um so weniger, je mehr es hier Mode ist, daß immer der eine Redacteur den andern oder sonst bekannte Bücher, Kalender u. dergl. ausschreibt. Aus welcher Quelle wir übrigens die Nachricht geschöpft haben, daß die Canada⸗Syn. zur Generals. getreten sei, können wir uns durchaus nicht mehr er⸗ innern. Wir bemerken nur so viel, daß, wenn die Canada⸗Synode unsere Scheu vor jener Synode wegen deren schändlicher Religionsmengerei theilt, sich darüber niemand mehr freuen kann, als wir selbst. „Eine neue Gemeinschaft protestantischer Christen.“ Unter dieser Aufschrift berichtet der Observer in seiner letzten Nummer die Entstehung einer neuen kirchlichen Gemeinschaft, die aus der bischöflichen Methodistenkirche hervorgegangen ist, sich