# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1862_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 93 Vater Auctorität gab über seinen ewigen Sohn“ (S. 409). „So hat denn Maria mitgewirkt, dem Vater eine Größe zu geben, die unendlich ist, und die er bis dahin in der ganzen Welt noch nicht hatte; denn sie hat ihm seinen Sohn unterworfen. Und in diesem Sinne erhöht und vervollständigt sie seine Majestät um den ganzen Unterschied des Werthes, der zwischen der Huldigung der Creaturen und der des Sohnes Gottes liegt“ (S. 411). „Jetzt müssen wir in das Herz dieses Geheimnisses („der Wiederherstellung unserer Natur durch das Opfer des Sohnes Gottes“) eindringen, um da den großen Antheil zu sehen, welcher der Jungfrau Maria beschieden ist, und welcher ihr die Be⸗ rechtigung gibt, Miterlöserin des Menschengeschlechts genannt zu werden“ (S. 332. 333). „Wenn wirklich das Opfer des Sohnes Gottes, oder, was dasselbe ist, wenn die Erlösung ihren Ursprung und Anfang in der Menschwerdung hat, so ist es durchaus vernünftig, daraus den Schluß zu zie⸗ hen, daß Maria an der Erlösung den nämlichen Antheil hat, wie an der Menschwerdung. Nun hat sie auch bei der Menschwerdung mitgewirkt, folglich hat sie auch bei der Erlösung dasselbe gethan. Drei Willen waren bei der Erlö⸗ sung thätig: der Wille des ewigen Vaters als des Königs und des obersten Herrschers, der seinen eingeborenen Sohn dahingab; der Wille dieses einge⸗ borenen Sohnes als des Hohenpriesters, der in das Heiligthum eintrat, um das Opfer seiner Menschheit darzubringen; und der Wille der jungfräulichen Mutter, die jene Opfergabe zu unserer Erlösung aus ihrem eigenen Fleische bildete und darbot. Dieser letzte Wille ist nicht weniger wesentlich und nicht weniger thätig gewesen, als die beiden anderen. Der Wille des Vaters und der des Sohnes sollten so unmittelbar von der allerseligsten Jungfrau ab⸗ hängen, daß sie zu ihrem Werke erst die Beistimmung derselben einholten, und daß eben diese Beistimmung das Werk durchsetzte“ (S. 338, 339). Judä 9. —— Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. Die Secten America's geben häufig einen großen Horror vor der wissenschaftlichen Ausbildung der Prediger, als einem Hinderniß wahrer lebendiger Glaubenserkenntniß, zu erkennen. Dieser Horror scheint aber meist seinen Grund in der Impotenz zu haben, den neueren Theologen es gleich zu thun. Denn können sie ihre Blätter einmal mit einem gelehrt klingenden bombastischen Aufsatz, als einem Gewächse auf ihrem eignen Boden, schmücken, so thun sie das mit großer selbstgefälliger Befriedigung. Ein eklatantes Beispiel hiefür findet sich im „christlichen Botschafter,“ dem Organ der Ev. Gemeinschaft oder der s. g. Albrechtsleute. Darin findet sich u. a. ein Artikel, „das Reich Gottes“ überschrie⸗ ben, durch mehrere Nummern. Darin heißt es z. B. in der Nummer vom 25. Januar: „Die Meinung derer, die behaupten, der Plan Jesu sei ein abstrakt religiöser, wird schon durch die Schöpfung des Menschen, als Glied und Krone alles Geschaffenen, widerlegt. In dem Schöpfungsbericht des Mose wird der Mensch in concreter Einheit und in lebendigster