# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1862_S87 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die vereinigte Bayerische Generalsynode. 87 des festen Beharrens auf dem Positiven, welche sich so erhebend in dieser Ver⸗ sammlung kundgethan, hinaustragen in Ihre Gemeinden, ausstreuen in alle ihre Glieder. Es geht, wie Ihnen allen bekannt, durch die Welt ein Geist der Verneinung, der es sich, bewußt oder unbewußt, zur Aufgabe gemacht zu haben scheint, alles Positive in Kirche und Staat zu bekämpfen und zu zerstören. Diesem Geiste treten Sie entgegen, wo Sie ihn finden. Sagen Sie es Ih⸗ ren Gemeinden, daß es hier gilt einen Kampf um die edelsten Güter des Lebens, um den Frieden des Herzens, der Familie, der Gemeinde und des Staats. Alle diese Güter sind einem Jeglichen in der Gemeinde anvertraut, und ein Jeder hat an seinem Theil die Pflicht und damit das Recht, diese Güter zu vertheidigen mit Wort und That. Hier gilt es, nicht bloß zu schweigen, wenn in der Gemeinde, in der Gesellschaft diese Grundsätze frevelhaft an⸗ gegriffen werden. Dulden Sie es nicht, treten sie mit Freimuth und Ent⸗ schiedenheit entgegen und fürchten Sie nicht das frevelhafte Gespötte. Wenn Sie muthig auftreten, finden Sie sicher Genossen, deren Muth durch den Ihrigen erweckt wird; und wenn Sie allein stehen, so rechnen Sie darauf, daß eine spätere Zeit Ihnen Recht geben wird und daß der Eine mit Ihnen streitet, der es am Ende doch sicher hinausführt.“ — Harleß, dem die Synode ein so ehrenvolles Vertrauen geschenkt, und den so manche Erfolge gewiß hoch⸗ erfreut haben, sprach unter Anderem: „Die Generalsynode von 1861 hat dieser Zeit gegenüber bewiesen, daß wir wissen, worauf wir stehen, daß wir halten wollen, was wir haben, ohne darüber zu vergessen, daß es auch gilt, Mängel zu bessern, Gebrechen zu beseitigen und auch das alte, überkommene Gut mit dem stets jungen Geiste eines wahrhaftigen und wirklichen Lebens zu beseelen. Denn was ein vertrockneter Leichnam geworden ist, das zerfällt bei der ersten feindlichen Betastung; wir aber stehen mitten im Kampfe der Zeit und siehe, Gott hat uns geschenkt, daß wir nicht zerfallen, sondern neu geeinigt, gestählt und zusammengeschlossen sind. Das ist ein großes Geschenk, das wir der Güte und Langmuth unseres treuen Gottes verdanken, nicht aber unserem eigenen Verdienste.“ — Dann zum Schluß: „Und nun, meine th. Herren, es muß Abschied genommen sein. Gott der Herr geleite Sie alle nach Hause, an Ihren Herd und zu Ihren Gemeinden. Sie dürfen, Ihnen und dem Herrn sei Lob und Dank! Ihren Gemeinden getrost sagen, auch wenn es stolz klingt: sie mögen sich in dieser schweren und anfechtungsreichen Zeit hal⸗ ten, wie wir uns hier gehalten haben. Und wenn der Kampf heranbricht, welcher, wie er dem Rechte und dem Staate gilt, so ohne Zweifel auch unserer Kirche gelten wird, so lassen Sie uns das Banner des Bekenntnisses unserer Väter hoch emporheben! Es ist das Banner, unter dessen Zeichen wir frei werden und frei geworden sind von menschlicher Willkür und Menschen⸗ Knechtschaft im Gehorsam gegen das göttliche Wort; es ist das Banner, das Zeugniß gibt, daß wir nicht einer Winkelkirche von heute und gestern, sondern jener Kirche angehören, welche in allen Zeiten ihre Zeugen hat und von der gegenwärtigen Zeit zurückreicht bis in die erste Zeit der apostol. Tage. Dieses Banner lassen Sie uns fest ergreifen und zu seinen Füßen in die Erde