# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1848 02 08_S96 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ihrer Geſinnung gemacht haben, wie die ſind, von denen wir zum Theil jüngſt im Lutheraner ge⸗ ſchrieben haben. Menſchenvergötterung. Als Franklin in der Eigenſchaft eines amerika⸗ niſchen Geſandten mit ſeinem Enkel nach Frank⸗ reich zu dem berüchtigten Gottes⸗ und Chriſtus⸗ Läſterer Voltaire kam, rief er dem Knaben zu: „Mein Sohn, falle auf die Knie vor dieſem großen Mann!“ und Voltaire ſegnete den Knaben mit den Worten: „Gott und Freiheit!“ Soeben vor Schluß dieſer Nummer er⸗ fahren wir aus einem Briefe Herrn Ludwigs, daß auch Meurer's Life of M. Luther bereits zum Theil geſetzt iſt und, ſo Gott will, Ende März zu haben ſein wird. Zugleich erhielten wir die Meldung, daß Herr P. Brohm in New York eine Parthie der Meurer'ſchen Biographie Luthers in deutſcher Sprache (Siehe: Lutheraner III, 7, 52.) erhalten hat und daß dieſelbe auch von ihm bezogen werden kann. — Mit Bedauern er⸗ fahren wir, daß die Zahl derer, welche bis Dato auf das Concordienbuch ſubſcribirt haben, ſich erſt auf 281 beläuft. Wahrhaftig ein be⸗ trübtes Zeugniß von dem Glauben und Eifer vieler hieſigen lutheriſchen Prediger! — Im Innern Wohnende ſind erſucht, Herrn Ludwig zu melden, welches der ſicherſte Weg zur Ueber⸗ ſendung der Bücher ſei. „Der Lutheriſche Botſchafter.“ Soeben haben wir die erſte Nummer dieſes von uns bereits im „Lutheraner“ (Jahrg. 3, Nr. 16.) angekündigten Blattes erhalten. Dasſelbe wird von nun an regelmäßig zu Anfang jedes Monats erſcheinen. Herausgeber iſt Herr Profeſſor A. B. Bierdemann, A. M.; Ph. D. in Jefferſon, Harriſon Co., Ohio; Verleger iſt Herr P. J. J. Faſt, Canton, Stark Co., O., an welchen letzte⸗ ren alle den „Lutheriſchen Botſchafter“ betreffen⸗ den Geſchäftsbriefe, Beſtellungen ꝛc. zu richten ſind. Der Preis iſt 50 Cents für den Jahrgang. Das Blatt iſt um die Hälfte größer ausgefallen, als im Proſpektus verſprochen worden war, ohne daß der Preis erhöht worden iſt; die äußere Aus⸗ ſtattung iſt überhaupt ſehr empfehlend. Obgleich wir uns nun der Hoffnung innig freuen, daß wir mit dem lieben Herrn Heraus⸗ geber fort und fort in dem beſten Vernehmen ſtehen und an demſelben einen rüſtigen und eifrigen Ge⸗ hülfen in unſerer Arbeit für die Erbauung unſerer Kirche auf dem Grunde der Wahrheit und für deren Ausbreitung erhalten werden, ſo können wir doch nicht umhin, uns eine berichtigende Be⸗ merkung in Betreff einer Aeußerung des lieben „Botſchafters“ zu erlauben. Herr Prof. Bierde⸗ mann gibt nemlich zwar in der erſten Nummer des Botſchafters unſerem Lutheraner das Zeug⸗ niß, daß derſelbe ein „orthodoxes lutheriſches Blatt“ ſei, welches er „hoch ſchätze“, er ſetzt jedoch hinzu: „In der erſten Nummer des vierten Jahr⸗ gangs (des Lutheraner) verſichert der Heraus⸗ geber, daß das Blatt den von ihm bis jetzt behaupteten Charakter auch ferner behaupten werde, und daß dieß ein polemiſcher, das heißt, angreifen der ſei. Dieſe Erklärung des Herausgebers thut uns leid. Nicht aber, 96 weil wir gleichgültig ſeien, ob die Lehre der Kirche rein und wahr iſt oder nicht; ſondern weil wir überzeugt ſind, daß der Hauptzweck unſerer Thätigkeit die Beſſerung des Her⸗ zens ſein ſollte.“ Hierauf bemerken wir zweierlei; erſtlich, daß wir unter dem, von uns zugeſtandenen „pole⸗ miſchen“ Charakter des Lutheraner nicht jene Richtung verſtehen, nach welcher man immer die „angreifende“ Partei iſt. Wie es im Staate nicht nur Angriffs⸗, ſondern auch Vertheidigungs⸗ kriege gibt, ſo gehört auch zur geiſtlichen oder kirch⸗ lichen Polemik (Kriegsführung) vor allem die Vertheidigung der Wahrheit, und wir dürfen wohl unſere Leſer zu Zeugen auffordern, daß wir faſt immer die Defenſive ergriffen, nemlich immer nur die von Andern gemachten Angriffe auf die Wahrheit unſerer Kirchenlehre zurückgeſchlagen haben und nur dann auch offenſiv (angreifend) verfahren ſind, wo wir fürchteten, daß ein Irr⸗ thum, der unter den Secten im Schwange ging,‚ auch unter den Lutheranern als Wahrheit ſich einſchleichen möchte, ſo daß alſo auch unſere Angriffe eigentlich immer nur Vertheidigungs⸗ maßregeln geweſen ſind. Zu der Erklärung endlich, „daß der Haupt⸗ zweck unſerer Thätigkeit die Beſſerung des Herzens ſein ſollte“, bemerken wir, daß hier Zweck und Mittel verwechſelt wird. Auch wir haben bei allem, was wir ſchreiben, die Herzens⸗ beſſerung unſerer Leſer (zuerſt freilich Gottes Ehre) zum Zweck, aber wir halten dafür, daß zu dieſem Zweck, ſo weit eine Zeitſchrift dafür mitarbeiten kann und ſoll, vor allemdas Mittel der Polemik, das heißt, der Kampf für die Reinheit der Lehre nöthig ſei, oder daß doch das Wehren mit dem Lehren, das Streiten mit dem Weiden Hand in Hand gehen ſollte. Es wäre freilich auch uns angenehmer, wenn wir Arbeiter am geiſtlichen Kirchenbau ruhig nur die Kelle und nicht auch das Schwert führen müßten, aber ſo lange der Acker der Kirche die Welt iſt (Matth. 13, 38.), und der Teufel der Gott und Fürſt dieſer Welt iſt, ſo lange wird auch die Kirche eine ſtreitende ſein und von allen treuen Arbeitern an dieſem heiligen Tempel wird es fort und fort heißen, wie von den Arbeitern am zweiten Tempel zu Jeru⸗ ſalem: „Mit einer Hand thaten ſie die Arbeit, und mit der andern hielten ſie die Waffen.“ Nehem. 4, 17. Diejenigen Arbeiter, welche das nicht thun wollen, werden endlich ſehen, wie ihnen die „Araber, und Ammoniter, und Asdoditer“ ihre lange Arbeit unter viel Schweiß oft in wenig Tagen verdorben. (Vergl. Nehem. 4. ganz.) Möge der von uns freundlichſt gegrüßte liebe Botſchafter dieſe unſere Ausſprache nicht übel aufnehmen und dieſelbe in ihm keine Miß⸗ ſtimmung gegen uns erwecken. Die Pflicht der Selbſtvertheidigung hat uns dazu genöthigt. (Eingeſandt.) Im Jahre 1841 iſt Dr. Luthers Auslegung der Epiſtel an die Galater in Philadelphia wieder aufgelegt worden. Ich habe das Buch an wenigſtens 40 —50 Stellen genau verglichen und einen durchaus unveränder⸗ ten Abdruck der Walch'ſchen Ausgabe gefunden. Ich habe ſonderlich diejenigen Stellen, in wel⸗ chen eine Verfälſchung oder wenigſtens Weg⸗ laſſung zu vermuthen war, verglichen und nicht die mindeſte Veränderung wahrgenommen. Ein einziger Uebelſtand iſt zu beklagen, indem eine Lebensbeſchreibung Luthers vorangeſetzt iſt, welche außer vielen widrigen Phraſen eine durchaus fal⸗ ſche Anſicht von Luthers Verhältniß zu Zwingli und den Reformirten gibt. Doch wäre zu be⸗ dauern, wenn deshalb dieſe unvergleichliche Schrift Luthers denjenigen ſollte verkümmert wer⸗ den, welche vielleicht ſchon lange ſich nach dem Beſitz derſelben geſehnt haben, zumal da die eig⸗ nen ausführlichen Erklärungen Luthers über ſeinen Streit mit den Sacramentirern, wie ſie ſich in dieſer Auslegung finden, eine genügende Widerlegung jener irrthümlichen Lebensbeſchreibung liefern. Das Buch koſtet 2 Dollars und iſt Herr Lud⸗ wig in New York erbötig, etwaige Aufträge zu beſorgen. ö ů Th. Brohm. Kirchliche Nachrichten. Am 9. v. M., Dom. I. p. Epiph., wurde Herr Adolph Claus, welcher im theologiſchen Seminare zu Fort Wayne, Ind., ſeine letzte Aus⸗ bildung zum Dienſt der Kirche erhielt, nachdem er von einer lutheriſchen Gemeinde in Noble Co., Ind., berufen worden war und bei der Synode von Miſſouri ꝛc. um ordentliche Einführung in ſein Amt nachgeſucht hatte, durch Herrn Dr. Sih⸗ ler unter Aſſiſtenz des Herrn Paſtor Jäbker von Adams Co., Ind., vor ſeiner Gemeinde ordinirt und in ſein Amt eingewieſen. ö Desgleichen iſt am 30. dieſes M., Dom. IV. Pp. Epiph., Herr Johann Georg Birkmann (aus demſelben Seminare) zum Pfarrer der evan⸗ geliſch⸗lutheriſchen Gemeinde an der Ridge Praitie in Madiſon Co., Ill., welche ihn ordentlich be⸗ rufen hatte, vor derſelben durch die Paſtoren Büͤn⸗ ger von St. Louis und Lochner von Pleaſant Ridge bei Edwardsville, Ill, im Auftrage des Präſes der Synode von Miſſouri u. ſ. w. ordi⸗ nirt worden. Des letzteren Adreſſe iſt: Collins- ville P. O., Madison Co., Ill. Das Concordien buch. Mit dem Druck des Concordienbuchs wird Herr Ludwig in New Rork, wie er uns gemeldet, im März fertig ſein. Alle diejenigen, welche auf dieſes Buch ſubſcribirt haben, werden daher er⸗ ſucht, ihre Subſcriptionsgelder an die betreffen⸗ den Agenten auszuzahlen, letztere, dieſelben nebſt Namenliſte an Herrn Ludwig einzuſenden. Veränderte Adreſſe: Rev'd. G. K. Schuster, Brothersville P. O., Marshall County, Ohio. Empfangen. 1 a) für die Miſſion am Fluſſe Cass, Mich.:“ $4.00 von der lutheriſchen Gemeinde zu Danbury, Ottawa Co., Ohio, P2.00 von der luth. Gemeinde in Kos⸗ ciusko Co., Ind., S5.50 von der luth. Gemeinde in Balti⸗ more durch Herrn P. Wyneken. d) in die Synodal-Miſſions⸗Caſſe: $1.00 von der lutheriſchen Gemeinde zu Altenburg, Perry Co., Mo. c) für das Seminar in Altenburg: 75 Cts. von Herrn Jakob Horn, 51.60 von der lutht⸗ riſchen Gemeinde am Big Spring, Ill., 52.25 von der luth. Gemeinde in St. Clair Co., Ill., P8.00 von der luth. Gemeinde des Herrn P. Brohm in New Rork, PI1.00 von der luth. Gemeinde des Herrn P. Wyneken in Baltimore. d) für die Kirche in Palmyra: ö S21.00 von der letztgenannten Gemeinde. Bezahlt. 1. Hälfte des 4. Jahrg. Die HH. J. Drege, Hübner, Joh. Koch. 4. Jahrg. Die HH. J. Aichele, Blum, Bußmann, Ja⸗ kob Beck, Ant. Bade, Heinr. Behl, P. Cronenwett, Fried. Dickmann, Adam Dielmann, Gottf. Ebert, Fritze, Georg Hoffner, Nicol. Helferich, Hübſchmann, F. Jetting. N Jung, P. Kunz. J. Konrad (52.00), Louis, P. Meißner, Rebekka Moſer, J. Nix, Pinkepank, Peter Rücker, Otto Rinkel, Schönell, Joh. Santſchi, Frau Siegel, Schmidt, Fr. Trautmann, Volkerti, Carl Wiſchmeier, Ant. Wiſchmeier, Ad. Wedemeier, H. Wingel, P. Wege ($19.60). Gedruckt bei Arthur Olshauſen. Herausgeber des Anzeiger des Weſtens. N.